Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Über die Erbauungs- und Unterhaltungslectüre unserer Altvorderen
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 13)
- Language
- German
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unserer Mtvorderen. 157 die profane einen Ersatz zu bieten. So schreibt Cornelia Adelkind, der Factor der berühmten Bomberg'schen Druckerei in Venedig, er hätte ״zu Lieb der frommen מ־זורות und für etliche בעלי במים, die in ihrer Jugend nicht Zeit gehabt hatten zu lernen, die aber gern ihre Zeit am שבת oder am מם טוב vertreiben möchten mit Leinen (Lesen) göttlicher שמועות und nicht von T i t r i ch von Bern oder ״von der Schönen Glück" den Rabbi Elija Bachur zu einer Uebersetzung einiger biblischen Schriften, des Psalters voran, veranlaßt'). Den Halachisten, die so wenig vom Volke wußten und fürs Volk sorgten, hätte der Prager Oberrabbinec David Oppen« h e i m e r, der berühmte Büchersammler, dessen Bibliothek jetzt die Bodlejana in Oxford zieret, ums Jahr 1740 in seiner jüdisch-deutschen Abtheilung in viel hundert Bändchen an 380 Werke und Druckschriften, einige in zahlreichen Auflagen, zeigen können, von denen ein nicht unbeträchtlicher Theil der profanen Literatur angehörte a). Da wären in hebräischen Typen zu finden gewesen: Liebschaft von Florus und Blanchefleur, Fortnnatus mit seinem Säckel und Wünschhütelein, Kaiser Octavian, Eulenspiegel, die Schildbürger, bekannte deutsche Erzählungsbearbeitungen aus dem 15. und 16 Jahrh.; das sehr bekannte 10 בבא Elija Bachur's, das einem englisch-ital. Sagenkreis angehört; Ritter Widuwilt oder König Aclus Hof, nach nicht deutscher Vorlage; Historien von Ritter Sigmund und Magdalene, ebenso nach nichtdeutscher Vorlage, die getreue Pariserin, vom Bauer Gril, der einen gestohlenen Diamanten entdeckt. ') Max Grünbaum: Jüd.-deutsche Chrestomathie lLpzg. 1882) S. 558. *) Der Reichthum der Königlichen Bibliothek zu München an jüdischdeutschen Schriften wurde in jüngster Zeit durch Perle's und Grünbaum's Arbeiten sehr trefflich verwerthet. Perles' Beiträge z. G e s ch. d. hebr. und aram. Studien tMünchen 183t) sollen demnächst besprochen werden.