Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Über die Erbauungs- und Unterhaltungslectüre unserer Altvorderen
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 5)
- Language
- German
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unserer Altvvrderen. 149 verficht auf die Tage des Messias, von Tag zu Tag zu Ge. müthe geführt, festigen das Haus Israel, daß es in Ewigkeit nicht wanke. Diese Erbauung aber vollzog sich vorn festen Grunde der Erksnntuiß ׳ Aller aus. ״Und alle Deine Kinder werden Kundige deS Ewigeü, und reich wird das Heil Deiner Kinderdies Wort des prophetischen Trösters lebte im Herzen und Munde der Bitter in Israel und gemahnte sie an ihre Pflicht/ die Ihren zu unterweisen im Wege des Herren. Keinem Geschlechte in Israel nun hat es an Erbauung gefehlt, denn keinem blieb die Bibel völlig fremd, und immer dar iuuube auf das Vsrständniß des Gebetbuches gedrungen, tu welchem zu den pflichtgemäßen Gebeten immer neue, Glauben Sittlichkeit und Erhebung weckende und fördernde Bestandtheile hinzukamen, wie die Kleinodiensammlung der Sprüche der Vä-!er, die Glaubenssätze des Maiinonides, die Lieder zum Preise des Einig-Einzigen, besonders inbrünstige Gebete, ethische Schrifteu und dgl. Niemals mangelte es an volksthümlicher Unterweisung in der Lehre und an Verinnerlichung des gesetzlichen Lebens. Sie wissen es, oftmals wurde die Ansicht ausgesprochen» Zudenth. sei eine Summe von Gesetzen oder Satzungen. Paulus hatte ans oppositionellen Gründen diesen Gedanken aufs Schärfste ausgedrückt, Mendelssohn von seiner Seite hatte darin einen Vorzug zu erkennen geglaubt, indem dann nur Thaten, nicht aber Gewissens Meinungen der Controlle unterliegen. Von dieser Ansicht Mendelssohns geleitet — wir dürfen sagen irre geführt — hat Kant dem Judenth. den Charakter einer eigentlichen Religion abqesprochen. Dem gegenüber hat die tiefere, mssenschaftliche Auffassung des Judenth. in unserem Jahrhundert im K »tesleben Israels von jeher eine Doppelströmung urthüm« llcher Kraft nachgewiesen, in deren harmonischem Ausgleiche alle