Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Schreiben an Master Th... in Triest über Kohelet
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829598-2829602-2875366--22777-2875401- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Schreiben an Master Th... in Triest über Kohslet. 131 inzu, welcher die Verworfenheit der Frauen zum Inhalte hat. Es liegt am nächsten, an das unselige Frauenregiment im ömglichen Hause zu . denken, wo solche Ungeheuer wie Salome, llexandra, Doris, die Frau des Pheroras und eine ganze Reihe nderer Mageren ihre Blutthat häuften. Spricht Kohölet das Vehs aus über das Land, dessen König ein Sklave ist, so liegt z am nächsten, an Herodes zu denken. . . . Dem s k l a v ichen Monarchen steht im folgenden Verse der f r e i g e» orene Herrscher gegenüber, so daß die Uebersetzung : .wehe dem Lande, dessen König ein Kind ist (״ych ausgeschlossen!1." — Seinecke adoptirt auch mein Argument von der Sprachirbung in K. ״daß die Sprache unklassisch und die Ausdrucks-!eise der Mischna ist, wird von allen Kennern des späteren sebräisch zugegeben." Es gereicht mir zur Befriedigung, meine Diagnose von l von einem Kritiker getheilt zu sehen, der, obwohl ein Jünger iwalds, dessen kirchlich-dogmatisch beschränkte Exegese verurtheilt, md von dessen grammatischer Spiegelfechterei er richtig bemerkt, .daß er eine Stelle falsch erklärt und nach seiner falschen Erlärung eine (grammatische) Regel aufstellt." Da Seinecks sich « dieser Grammatik losgesagt hat und für die Exegese das ««hebräische Idiom verwerthet, so ist er den tonangebenden Mheder-Exegeten weit überlegen, die noch immer an Ewald's .rammatischem Gängelbands laufen und die letzte Gestaltung er hebräischen Sprache nicht kennen oder verachten. Ich gehe diesmal ungern von meiner Gewohnheit ab, inmal Gesagtes nicht zu wiederholen. Allein nicht aus Recht-!aberei beharre ich auf meinem Standpunkte, sondern weil ich inds, daß die Auslegung mehrerer englischen Autoren und lieua' welche später als mein Commentar erschienen sind, den ich von selbst darbietenden Schlüssel zum Verständniß dieses Lthselhaften Buches nicht benutzt hat. Renan, der weit tiefer s»