Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Schreiben an Master Th... in Triest über Kohelet
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 13)
- Language
- German
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86 Schreiben an Master Th. . . in Triest aber Kohvlet. ist falsch. Wie paßte dazu der erste Halbvers: Schwatze nicht bei der Menge Aelterer? d. h. doch זקנים, Richter oder Rathe! HV. d hat denselben Sinn: wiederhole nicht ein Wort bei deiner Bitte vor Gericht. So hat es richtig Hugo Grotius erklärt: 8i aliquid petas a rege aut senatu.חפלה ־ 7t()0(xevx1] ist nicht immer Gebet, sondern bedeutet auch ״flehent< liches Bitten" vor dem Richter. 3) S. 11,5 ״Biele Tyrannen saßen aus dem Fußboden, ein anderer trug das Diadem unerwartet", soll Paral. sein, zu K. 10,6—7. Abgesehen davon, daß eilte solche Erfahrung sich zu jeder Zeit aufdräugt, daß Hohe erniedrigt und Niedrige erhöht werden, was also nicht eine Enlehnung zu sein braucht, so ist gewiß der griechische Text unrichtig, weil der Uebersetzer den V. mißverstanden oder einen eorrumpirteu Text vor sich gehabt hat. Denn der Syrer giebt den V. wieder סגיאא ש י פו א דיחכי על מרסיא Viele Verachtete saßen auf Thronen. Das Original hatte : נכדם רביס, der Uebersetzer hat חזנים gelesen und: xvQavvot j wiedergegeben. Auch ist der Gedankengang in S. ganz | anders als in K.-S. will veranschaulichen, den Unscheinbaren, j Geringern nicht zu verachten, weil solche auf einmal erhöht j! werden können, während K. die Verkehrtheit der Weltordnung 1 darin erblickt, daß Niedrige und Sklaven hoch zu Roß sitzen, s während Edle zu Fuß gehen muffen wie Sklaven. Wo ist da 5 die Parallele und die Abhängigkeit? i 4) Mr. Wright findet schon eine Parallele und daher einen Beweis von Entlehnung, wenn in S. 13,20—23 von einem \ Armen die Rede ist und auch in K. 9, 15 — 16 von einem solchen. Aber wie verschieden ist der Gedankengang! Dort wird der Arme und Geringe gewarnt, sich nicht dem Reichen (zugleich Sunder) anzuschmiegen, denn er würde nur ausgebeutet werden. So wenig Friede zwischen der Hyäne und dem Hunde bestehen könne, eben so wenig zwischen den Neichen (Sündern)