Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Schreiben an Master Th... in Triest über Kohelet
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 11)
- Language
- German
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84 Schreiber! in Master Th. . . in Triest über Kohslet. gefühlt, daß die Lene: ״du sollst auch im Geheimen einen König nicht verfluchen, denn ein Vogel des Himmels könnte den Laut zutragen", geradeaus Herodes anwendbar sind, nämlich auf seine Schreckeusregierung und seine Spionage. Gelegentlich ׳'ei auch auf die Zerbrechlichkeit einer andern Stütze hingewieien, deren sich Mr. Wright bedient, um das höhere Alter von Krrslet zu beweisen. Er setzt weitläuftig aus. einander, daß S'iraa, bereits dieses Buch vor sich gehabt haben müsse, wert es Verse aus demselben citire. Nicht eine einzige der Vnralellen, welche Wright aus Sirach und Kohvlet gegenüber stellt, ist irgendwie beweiskräftig. Seine Parallesirung beweist nur, daß er viele Stellen in Sirach's Spruchbuche miß-.׳r״'anden oder daß er die Verse kritiklos interpretirt hat. Vor allem denü nicht außer Augen gelassen werden, daß der jüngere Sirnu bei der Uebersetzung der Sprüche seines Großvaters das Original öfter mißverstanden und also nch Uebersetzungsfehle: rar zu Schulden kommen lasten. Sodann daß die syrische Uebevsetzung, welche wahrschelnllch direct nach dem Original gemacht wurde, einen andern Text vor sich hatte als das Griechischs. Diese Momente hat Mr Wright Nicht berücksichtig-. Er behandelt die griechlsche Uebersetzung wie einen kanonischen Ter:; daher findet er Parallelen, wo gar keine wahrzunehmen find. Zudem ist der Maßstab, den Mr. Wright gebraucht, sin u:׳.nchrrer. Er geht davon aus, da Kohslet kanonisirt, währen: Sirach als ein Apokryhon angesehen wurde, so müsse, wenn Usbeceinstimmung zwischen einein unb dem andern vorkommr, :as apokryphische vom kanonischen Buche entlehnt haben. Kann nicht das Umgekehrte der Fall sein? Ich will Mr. Wngb: nur daran erinnern, daß kai!o»ische Episteln im neuen Testamener öfter Verse und Wendungen ans apokryphischen und p'-euoevigraphlschsn Schriften eutnvnimen haben.