Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Schreiben an Master Th... in Triest über Kohelet
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 7)
- Language
- German
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80 Schreiben an Master Th - . . in Triest über Kohslct. recht drastisch geschildert. Die ausgeputzten und parfümirten jungen Mädchen beklagen sich, daß sie keine Gegenliebe bei den Jsraeliten finden, obwohl sie doch von demselben Stammvater herkommen. Diesen coquetten Mädchen wird ein 33• aus Genesis 42,11 in den Mund gelegt. נערה יוצאת מקושטת ופבוסמת פסחה אוחו ואומרת לו: לפה אנו אוהבי! אחכם ואתם שזנאיס אותנו? טול לך בלי זה חנם הלא כלנו בני איש אחד בני ה־ח אבי אברהם. Den Martyrertod der sieben Söhne, wenn dieses Martyrologium überhaupt geschichtlichen Werth hat, lasten das;werte und vierte Makkabäerbuch unter Antiochos Epiphanes erfolgen. Die 7 Brüder erdulden die grausigsten Qualen und bleibeir dem Gesetze treu. Beide Quellen (II, Cap. 7; III, Cap. 4), lassen sie das Martyrium bestehen, weil sie nicht Schweinefleisch und überhaupt nach dem jüdischen Gesetze verboteile Speise genießen mögen. Beide Quellen legen den sieben Söhnen volltönende Reden und Jnvektivsn gegen den Tyrannen in den Mund, je nach der Tendenz, welche die Verfaster derselben betonen wollten. Das zweite Makkabäerbuch läßt von den Märtyrern die Unsterblichkeit der Seels bekunden, und das vierte das Thema seiner Theorie, daß die heilige Vernunft über Pein und Leidenschaften obsiegen könne. Kein Ausleger zweifelt daran, daß wenn auch das Factum historisch sein könnte, die den Märtyrern in den Mund gelegten Reden durchweg fingirt sind. Nun geben auch dis talmudischen Quellen die Geschichte oder die Sage von den 7 Märtyrer-Brüdern, und zwar in verändeter Gestalt. Sie lasten sie unter einem Kaiser (Hadrian) umkommen und nicht wegen Verweigerung des Genusses von Schweinefleisch, sondern wegen ihres Sträubens gegen Götzendiest. Eine dieser Quellen (Pesikta Rabbati Nr. 43) läßt nur den ältesten Bruder ein Wort sprechen und zwar ganz situationsgemäß; er wolle seinen Gott nicht verleugnen. Die übrigen opfern sich lautlos. Zwei andere Quellen (Midrasch zu Klage-