Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Historische und topographische Streifzüge
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 539 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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- Lod 1× ep/1045074
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Historische und topographische Streifzüge. 53s Religionsverfolgung stattgefunden hat (im Hause Nitsa) das Um! glück darauf zurückgeführt hat, weil ketzerische Ansichten unter den Zeitgenossen geherrscht haben '). Mag nun in dieser Stelle פינות Jndenchristenthum im Allgemeinen oder speciell die christlich angehauchte Gnosis bedeuten, so viel ist gewiß, daß die in Lydda zur Berathung nach der schrecklichen Katastrophe zusammengekommenen Lehrer diese dem Ueberhandnehmen einer dem Zudemthum des Gesetzes zuwiderlaufende Lehre zugeschrieben zu haben scheinen. Umso mehr mußte sie darauf bedacht sein, diese verderbliche Quelle zu verstopfen, und zwar durch das Verbot, grie« chisches Schriftthum zu lesen. Selbstverständlich ist dieses Verbot erst nach der K a t astrophe erlassen worden, eben so und wohl gleichzeitig damit die Einführung der Trauerzeichen, und wahrscheinlich, wie oben nachgewiesen, nach dem Märtyrertode eines oder mehrerer Gesetzeslehrer, in Folge dessen Acher eben seine Apostasie offen bekundet hat. Es hat also damals eine Berathung über diese Gegenstände stattgefunden. Auch die Berathung über das Verhalten gegenüber der Religionsverfolgung gehört gewiß in die Zeit nach Beendigung des Krieges, selbst wenn man unwahrscheinlicher Weise annehmen sollte, daß Hadrian schon beim Beginne des Krieges das Aufgeben des Jndenthums dekretirt haben sollte. Denn während des Krieges hatten die römischen Feldherren keine Muße, sich darum zu kümmern. Bar- Kochba und die jüdrschen Patrioten hatten ihnen genug zu schaffen ’) Pesikta Rabbati (1 p. 55 eb. Friedmannl בצלע׳ שמחו ונאספו בשעה שישראל באים לידי טינות מיד אומות העולם שמחיס ונאספין להרוג אוחס בעלית בית נתזה בלוד אמרו כשאני מצלעת הס שמחיס ובו‘ . Diese richtige Erklärung der Agadastelle giebt auch Friedmanu a. a. O. — Wenn auf die übertreibende Tradition (Sota 49 b, Baba Kama 83 a) etwas zu geben wäre, hätten die Kinder vor Bethars Fall הכמת יונית, d. h. griechisches Schriftthum, erlernt, was aber in der Parallelstj. Taanit p, 69 a fehlt, und auch an sich unglaublich ist.