Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Historische und topographische Streifzüge
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 537 (sequence 9)
- Language
- German
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Historische und topographische Streiszüge» 537 auf und fanden sie in seiner Beschäftigung mit g r i echisch verfaßte Schriften; diese müssen seinen Unglauben und sein beispielloses Thun verursacht haben. In Folge dessen beschlossen diejenigen Gesetzeslehrer, welche Autorität besaßen, das Erlernen des Griechischen zu verbieten ז); die folgenden Ge- ')In der Mischna (Sota Ende) heißt es zwar בפולמוס; של טיטום קיטום) גזרו על עטרות בלות ושלא ילמר אדבס אח בנו יונית), daß das Verbot des Grichischen nach dem von Quietus ausgegangenen Wüthen erlassen worden sei. Allein es kann unmöglich in dieser Zeit, d. h. im letzten Jahre Trajans oder in den ersten zwei Jahren Hadrians, eingeführt worden sein. Es bedarf wohl keines Beweises, daß N' Josua noch lange während Hadrians Negierung gelebt hat. Die Unterredungen, welche ihm im Gespräche mit diesem Kaiser in den Mund gelegt werden, sind wohl nicht sämmtlich legendenhaft, müssen wohl auf einem Factum beruhen, daß dieser dilettantenhaft neugierige Kaiser wenigstens einmal in Palästina oder in Aegypten Fragen an R' Josua gerichtet hat. Selbst wenn Hadrians Brief an seinen Schwager Servianus (bei Vopiscus, Satuminus YII) nicht ganz echt sein sollte (wie Gregorovius, der Kaiser Hadrian S. 164) annimmt, so ist doch wohl der Passus: 1p86 1116 patnarclia (Judaeorum) cum Aegyptum venerifc, echt und bezieht sich auf R' Josua, der eine Reise nach Aegypten gemacht hat. Und in der Zeit R' Josua's, d. h. Hadrians, war das Griechische zu erlernen noch nicht verboten. Denn er wurde noch angefragt, ob es gestattet sei (Tosefta Aboda Sara l, 20, j. Peah p, 15 c, Sota p. 24 c): שאלו את יהושע מהו שילמד אדכט את בנו יונית בספר . אמר להכם ילמדנו בשעה שאינו לא יובס ולא לילה. In b. Menachoth 99 b ist zugleich angegeben, wer diese Frage aufgeworfen hat: שאל ר׳ יהושע) מהו ללמוד חכמת יונית L) ב; דמה בן אחותו ־־־אח ר׳ ישמעאל. Dieser Ben - Dama war zwischen 117—130, d. h. Inder Hadrianischen Zeit ein junger Mann, er kann also die Frage nicht vor dem Polemos des Qnielus gestellt haben. Mag R' Josua's Antwort ernst oder abweisend gefaßt werden, so liegt doch schon in der Frage, daß das Griechische damals noch nicht verboten war. Die Tosaphisten fühlen den Widerspruch, der darin liegt, daß nach dem genannten Polemos das Griechische verboten worden sein soll, und ein später Lebender noch ungewiß darüber gewesen sei (zu Menachoth p. 64 b). Aber ihre Lösung ist unbefriedigend, weil sie in der Chronologie nicht orientirt waren. Noch mehr, wie kann das Griechische verboten gewesen sein, zur Zeit, als Aquila seine griechische Uebersetzung der heiligen Schrift angelegt und sie nicht bloß R' Josua, sondern auch R' Akiba vorgelegt hat, dessen Jünger er war und desien Jnterpretationssystem er angenommen hat? Diese Uebersetzung, wenigstens die genaue (xar äxqCßuav) ist wohl erst vor dem Aus-