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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 10 · p. Seite 476

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 10
Article
Einfluß der christlichen Allegoristik auf die jüdische Bibelexegese
Date
1884-01-01
Page
Seite 476 (sequence 2)
Language
German
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476 Einfluß der christlichen Allegoristik aus die jüdische Bibclexegese. der Schüler Menachems besonders auch gegen die Auffaffung derselben von Psalm 63, Vers 2. Sie hatten in diesem Verse eine bildliche Schilderung des Exils gefunden. Dagegen Jehudi b. Schescheth (Liter Responsionum ed. Stern, zweite Abtheilung, S. 32, Z. 3 ff.): ״Merket doch, ihr Thoren, darauf, daß der Anfang des Psalmes lautet: Psalm Dawid's, als er in der Wüste Jehuda war. Mit dieser Wüste identisch ist das ״Land der Dürre", dieses ist also keine bildliche Bezeichn nunq für das Land der Feinde, wie ihr behauptetet, nach dem Rathe des Esausprossen, welcher in der Schrifterklärung so verfährt wie seine Väter, die klare und bestimmte Gebote als bildlich gemeint erklärten, und in Folge dieser Methode den Genuß des Schweineffeisches und Essen und Trinken am Versöhnungstage erlaubten und als Unreine mit unbeschnittener Vorhaut beten". Dieser Ausfall wird verständlich, wenn wir in Betracht ziehen, daß Jehudi b. Schescheth in seinen bissigen Ausfällen gegen die Schüler Menachems Jehuda b. Dawid als Abkömmling von Edom, Esau, Christen verspottet. Er nennt ihn einmal (a. a O. S. 18, Z. 24): מוכר בכורתו ממיטים p ״Sohn dessen, der seine Erstgeburt um Linsen verkauft". Das bedeutet nicht, daß Jehuda b. Dawids' Vater das Christenthum annahm, wie Pinsker will (Likkute Kadmonijoth, 2. Theil, p. 160), sondern ist dem Reim zu Liebe gewählte Umschreibung (nach Gen. 25, 33) für בן עשו. Dieses ist wieder dasselbe wie נ? עשו an unserer Stelle (Pinsker a. a. O. emendirt sogar das von ihm als בין gelesene נין zu p). Es ist aus keiner der beiden Stellen erfichtlich, wie nach Pinsker auch Groß (Menachem b. Saruk, S. 29, Anm.) und Deren bourg (Opusoules d’ Aboul Walid p. X f.) annehmen, daß Jehuda b. Dawids' Vater oder seine Vorfahren Scheinchristen waren; vielmehr ergiebt sich aus der Bezeichnung ״Nachkomme Esau's", daß Jehudi b. Schescheth, begründet oder unbegründet, seinen Gegner Jehuda b. D. für

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