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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 9 · p. Seite 403

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 9
Article
Montefiore, Crémieux und Riesser
Date
1884-01-01
Page
Seite 403 (sequence 19)
Language
German
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Montefiore, Crsmieux und Rießer. 403 aufs Wärmste ergriffen zu werden. Als muffe der Befreier der Zukunft zuvor alle Unbilden der Vergangenheit selber durchgekostet haben, um für seinen Beruf sich zu erwärmen, drängt sich in die Kindheit Gabriels alle denkbare Ungunst des Geschicks und alle Widerwärtigkeit der Menschensatzung zusammen. Da Gabriel ein 7 jähriger Knabe ist, blokiren die Nüssen Hamburg, und weil der Vater arm ist, wird die Familie ausgewiesen. Die Betheiligung an der Lotteriepacht bereitet ihnen für 6 Jahre einen Unterschlupf in Lübeck; jedoch kaum hier eingelebt, werden sie ausgewiesen, weil Bremen und Lübeck sich das Recht erwirkt hatten, keine Juden beherbergen zu muffen. Im Jahre 1819 kehrten sie nach Hamburg zurück, wo nunmehr das Geschick ihnen immer freundlicher sich gestaltet. Gabriel besucht durch 4 Jahre das Johanneum und als 1? jähriger Jüngling erhält er das Reifezeugniß, in einer griechischen Rede von der Stätte seiner Bildung Abschied nehmend. Noch nicht 21 Jahre alt, wird er in Heidelberg summa eum lauäv zum Doctor beider Rechte promovirt. Trotz der Gunst seiner Lehrer, der berühmten Koryphäen der juridischen Wissenschaft in Heidelberg, wird sein Gesuch, sich daselbst als Docent habilitiren zu dürfen, unter den nichtigsten Vorwänden zurückgewiesen; den gleichen Mißerfolg erzielt ein nach Jena gerichtetes Gesuch. Seine Bitte um Zulassung zur Advocatur in Hamburg wird vom Senate offenmüthig, als von einem Juden gestellt, abgelehnt. So lernte Gabriel Rießer aus eigener Anschauung kennen, wie es in Deutschland um das Recht der Juden stand, und sachliches wie persönliches Interesse vereinigten sich *), und der Anwalt verband sich mit dem Juden und Menschen in Rießer, daß er in 14 Jahren von 1830 bis 1844 und nachmals 1860 und 1861 eine Literatur ') Vgl. die offenherzige und darum auch so anmuthende Selbstäußerung Rießer's in der Vorrede zu seiner ersten Schrift. Ge ff. Schr. Bd. II. S. l0 u. 11. 28«

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