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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 8 · p. Seite 377

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 8
Article
Bemerkung zu S. 208-214
Date
1884-01-01
Page
Seite 377 (sequence 4)
Language
German
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Bemerkung zu S. 208—214. 377 zeitlich begrenzten Anfang habe. Der Glaube im Allgemein e n ist vollends hier gar nicht berührt. Wer in dieser Antwort trotzdem eine Art Compromiß sehen wird, der bedenke, daß I. H. übrigens aber auch noch gar keine endgiltige Antwort gegeben haben wollte. Denn der Chazari giebt sich vor der Hand zufrieden und sagt (68): ״Sollten wir noch länger beisammen bleiben, so will ich dich belästigen, mir entscheidende Beweise beizubringen". Man muß ferner bedenken, daß der Dialog des ganzen ersten Buches sozusagen einen stegreifartigen, vorwiegend einleitenden Charakter trägt und vieles nur durch kurze Andeutungen vorbereitet, was erst später erschöpfender behandelt werden soll •). Denn eine durchgreifende, vollkommen zufriedenstellende Antwort giebt Jehuda Hallewi auf unsere Frage im fünften Buche, wo der Rabbi dem Könige die Philosophie des Kaläm vorgetragen, die Worte des Philosophen (am Eingänge des Werkes) beleuchtet hat und ihn warnt, sich von den gleißnerischen Sätzen nicht verlocken zu lassen. Er fährt dann fort (7,14): Nach der Meinung des Gesetzes aber hat Gott die Welt geschaffen, wie sie ist und sie sammt Thieren und Pflanzen gebildet; man hat dann nicht nöthig Mittelglieder vorauszusetzen und Zusammensetzungen anzunehmen. Mit der Annahme der Erschaffenheit wird alles Schwierige leicht und alles Krumme gerade, wenn man sich vorstellt, daß diese Welt einmal nicht dagewesen, dann durch den Willen Gottes zu der von ihm beliebten Zeit entstanden ist. — In dem Widerstreite der Meinungen und Gedanken betrachtet Jehuda Hallewi offenbar diesen vom Glauben vorgezeichneten Ausweg als die glücklichste Lösung ') Vgl. II, 50 und 54, wo die Erschaffenheit unumwunden ausgesprochen wird.

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