Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 7
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 334 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829584-2829592-2874928--22350-2874980- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
834 Recension. in Onkelos gefallen lassen müssen. Die Verbesserungssncht in Verbindung mit der Verkennung des aramäischen Sprachgeistes hat den Text vielfach verunstaltet, und Varianten, ursprünglich Marginalien, die aus Versehen in den Text gekommen, haben häufig sinnlose Doppelübersetzungen geliefert. Ebenso blieb die später in einer unbestimmbaren Zeit eingeführte Punctation des ursprünglich unvocalisirten Textes, bei welcher die alten watrss Isetioms stehen geblieben, nicht ohne nachtheilige Wirkung, während die noch spätere Umwandlung dieser babylonischen Vo- «alisation in die bei uns übliche, in die sogenannte palästinische, die Aussprache wesentlich verändert und die Verwirrung im All« gemeinen erhöht hat, zumal in manchen Handschriften die neue Punktation unter die alte gesetzt wurde (vergl. 2. Th. p. 134 Note 4). Am meisten aber hat die conjecturirende Unwissenheit bei schwer verständlichen Wörtern und die Flüchtigkeit der Ab« schreiber an dem Targumtexte sich versündigt. Dazu kommen noch die vielen Druckfehler der späteren Presse, so daß Berliner bereits in seiner tüchtigen Schrift die Massora z. T. Onk. p. 124 mit Recht die alte und allgemein empfundene Klage aussprach, daß fast nicht eine Zeile im Texte unserer Ausgaden von Fehlern frei sei. Die mit großer wissenschaftlicher Akribie behandelten Capitel X—XIil p. 128—167 des zweiten Theiles unseres vorliegenden Buches — Geschichte des schriftlichen Targum-Textes, des vocalisirten Targum-Textes, des Consonanten-Textes — sind im Grunde genommen zugleich eine solche Geschichte der Krankheit unseres Targum-Textes und ein schönes Zeugnis der feinen kritischen Diagnose des Verfassers. Wir wissen aber Berliner Dank nicht bloß für diese diagnostizirende Thätigkeit, sondern noch ganz besonders für das richtige Heilmittel, das er uns im ersten Theile mit der Wiederausgabe der so selten gewordenen ed. Sabioneta v. 1.1557 und den von ihm selbst gegebenen erläuternden Noten (2. Th. p. 1—60) bie-