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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 7 · p. Seite 330

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 7
Article
Muammar as-Sulami und der unbekannte Gaon in Ibn Esra's Jesod Mora
Date
1884-01-01
Page
Seite 330 (sequence 4)
Language
German
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330 Muarmmar as-Sulami und der unbekannte belehrt uns nun : 3׳ 8׳׳ — das פירוש der Handschriften und Drucke erklärt sich als falsche Auflösung der Abkürzung ו!כם — פי׳ לעצמו כאומר לא ידעני•. Man sollte glauben, es seien alle Möglichkeiten, die Worte לא ידענו zu übersetzen, erschöpft, da sie durch: wir wissen nicht, er weiß es nicht — von dem Geständniß der Unwissenheit zu schweigen — sattsam abgewandelt erscheinen. Wie aber, wenn sie, was doch so nahe liegt, bedeuteten: er kennt uns nicht, oder, was ebensowenig unmöglich ist; er kennt sich nicht! Beide Auffassungen sind geschichtlich zu belegen; für die letztere ergiebt sich sogar eine merkwürdige und frappirende arabische Parallele. Ein Blick aus ul-Igi’s MevLkif p. 48—9 belehrt uns über die Schulen, in denen gelehrt wurde: אנה לא יעלם נפסה Gott wisse sich selbst nicht oder: אנה לא יעלמ שיא Gott wisse gar Nichts. Die zutreffendste Analogie erwartet uns aber bei Muammar Jbn Abad As-Sulami, dem Mutaziliten, von dem Schahrastuni berichtet:;קאל א אללה תעאלי מהאל אן יעלם נפסה לאנה יורי אלי אן יכו! אלעאלם ואלמעלום ואחדא ומחאל אן יעלם גירה (eb. Cureton 1,47) es sei unmöglich, daß Gott sich selbst wisse, denn das würde dazu führen, daß der Wissende und das Gewußte dasselbe seien, und es sei unmöglich, daß er das wisse, was er nicht sei sl. daß er etwas Anderes wiffe^ (H a a r b r ü ck e r 1,70). Wir wissen nunmehr, was der Gaon gemeint haben mag. Da Gottes Einheit jede Vielfachheit innerhalb seines Wesens von vornherein ausschließt, so müssen wir darauf verzichten, über Gottes Wissen Etwas auszusagen, ja wir können nicht einmal die Behauptung wagen, daß er sich selber kenne, da bei dem Gegensätze zwischen Wissen und Wissensinhalt wir damit die Einheit seines Wesens leugneten. Der Ausdruck: wissend seinem Wesen nach wäre darum nur eine bloße Verhüllung der Behauptung, die Gott das Wissen abspricht, also wirklich eine Leugnung der Attribute, wie sie S ch a h r afiäni 1,49 (Haarbrücker) richtig hinter diesem Spiel mit

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