Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Der synagogale Ritus
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 318 (sequence 14)
- Language
- German
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׳»׳* ' ״*״ ,ynagogme Nttus. schen und socialen Verhältnisse waren der Pflege derselben zu verschiedenen Zeiten nichtsweniger als günstig; aber einzelne gelehrte Emigranten aus Babylonien, dem Stammsitze jü» bischer Schriftgelehrsamkeit, wie Hillel der Babylonier, fanden sich zur rechten Zeit in Judäa ein, um die erschlaffenden Studien von Neuem zu kräftigen und zu beleben. Der Talmud berichtet dies treuherzig und feiert Hillel als den Esra der mündlichen Lehre. Andererseits bemüht sich jedoch die talmüdische Sage den für das heilige Land nicht sehr ehrenden Thatbestand zu vertuschen, indem sie Hillel als Schüler Palästinensischer Lehrer hinstellt. Erst nach dem unglücklichen Ausgange der Barkochbäischen Revolution und dem Falle Betar's fand die Schriftgelehrsamkeit auch in Galiläa eine früher ungekannte Verbreitung. Diese Verbreitung geschah aber nicht, wie man nach der geographischen Lage Judäa's und Galilüa's glauben sollte, von Süden nach Norden, sondern in entgegengesetzter Richtung. Um von den römischen Spionen unbemerkt zu bleiben, zogen eine Anzahl von Schriftgelehrten nach Hofla, einer sonst obskuren Ortschaft im ehemaligen Stammgebiete Ascher's, zurück, wo sie sich's angelegen sein ließen, den eingetretenen socialen Calamitäten entgegen zu wirken und durch die Wahl R. Simon's III. das erbliche Patriarchat zu retten, welches man als genealogische Fortsetzung der davidischen Dynastie hoch in Ehren hielt. Nachdem ruhigere Zeiten eingetreten waren, fand die Schriftgelehrsamkeit auch in den südlicheren Gegenden Galiläa's Zufluchtsstätten. Einer längeren Blüte erfreuten sich besonders die Schulen in Cäsarea, Sepphoris und Tiberias. Die babylonische Einwanderung war von nun an zumeist nach Galiläa gerichtet, welches den Babyloniern näher lag. leichter Subsistenzmittel gewährte, und in dessen Mitte der reichdotirte Patriarch feinen Wohnsitz hatte. Die Nachwelt war gegen sie nicht gerechter, als gegen