Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Der synagogale Ritus
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 316 (sequence 12)
- Language
- German
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316 Der synagogale Ritus. größten Ueberfluß. Nach dem Segen Mose's taucht Ascher seinen Fuß in Oel, und noch in der talmudischen Zeit ging das Sprichwort: Es ist leichter, in Galiläa eine Legion mit Oliven zu ernähren, als in Judäa ein einziges Kind (Ber. N. Abschn. 20. Hier wird Judäa als ארץ ישראל bezeichnet. Es ist vielleicht eine irrthiimliche Auflösung der Abbreviatur minארץ ׳ א״י —). Auf die Oelkultur Galiläas wird auch im talmudischen Nitualgesetze zu wiederholten Malen Rücksicht genommen. (Sauh. II b Nazir 31 b. Chag. 24 b, Nidda 6 b. Sabb. 47 a. u. Toss. das.). Ueber die Verschiedenheit der Bodenerzeugnisse Judäas und Galiläas s. bes. Pesach. 52 b. die merkwürdige landwirtschaftliche Ueberlieferung). Und dennoch war es nicht das Gebiet Aschers, sondern das der Stämme Zebulon und Naphtali, namentlich die Landschaft am galiläischen Meere oder am Tiberias See, welche den Glanzpunkt Galiläa's bildet. Eine dem Josephus entnommene Beschreibung der Fruchtbarkeit und Schönheit dieser Landschaft begleitet Ritter mit folgenden Worten: Wenn demnach irgendwo, nach der meisterhaften Eintheilung der Klimats, die Hippokrates gelehrt, zu demjenigen, was er ״die Mischung der Jahreszeiten" nennt und als das Ideale betrachtet, sich entsprechende Beispiele aus der Erde vorftnden, so ist es dieses am Galiläermeere . . . Hier war es demnach leicht, solange man auf die Auffindung irdischer Paradiese bedacht war, ein solches, wie in anderen Gegenden des Orients, auch hier zu suchen. Bei aller Trauer der Gegenwart menschlicher Verhältnisse hat die Natur auf diesem Boden nicht gealtert, wenn sie auch gänzlich vermachlässigt wurde durch die Trägheit der: Bewohner. Der weite schützende Bergkessel mit seinen Teraffenstufen begünstigt die Südgewächse; noch Heute sind Dattelpalmen, Citronen- und Pomeranzenbäume, Jndigopflanzungen, Reisfelder, Zuckerrohrwälder hier einheimisch, obgleich fast gar nicht gepflegt/ indeß die