Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Der synagogale Ritus
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 314 (sequence 10)
- Language
- German
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314 Der synagogale Ritus. thume neben Philo's philosophischen Lehren von der Allgegen« wart Gottes auch die Anthropomorphismen der Clementinen (Homil. XVII, 10. II. Strauß Glaubens!. S. 552 Anm. 7.) und mancher Kirchenväter (Tertullian, adv. Prax. 7. Quis negabit Deum corpus esse, et si Deus spiritus est. Spiritus enim corpus suigeneris in sua effigie. Ferner: Nihil est incorporale, nisi quod non est. De carne Christi, N. Vgl. Jer. Joma 5, 2. Ende: מה אסר לי דהוה בר נש אני אומר הקב״ה היה S. Wajj. R. Absch». 21. Ende. Toss. Men. 109. b. נזדמן und R. Bez. Ranschburg das. Toff. Jecham. Joma 39, b. נכנם) zum Ausdrucke gelangen. Die vorliegende Streitfrage hat übrigens keine dogmatische, sondern rituelle Tendenz. Es handelt sich dabei um die Richtung beim Gebete. Die Tossaftsten erklären unumwunden, daß die Richtung gen Jerusalem bedeutungslos wird, sobald man die Schechina allenthalben findet. (B. Batra 25, a. Toss. לבל.) Nord und Süd kommen in den Normen über die Richtung beim Gebete ebenfalls frühzeitig zur Sprache. R. Isaak b. Pinchas, ein berühmter Haggadist, im Anfänge des vierten Jahrhunderts, stellte nämlich die Maxime auf: ״Wer gelehrt werden will, wende sich nach Süden; wer reich werden will, nach Norden". Und diese Maxime wurde schon zur Zeit der Redaction der babylonischen Gemara auf die Richtung des Körpers beim Gebete bezogen: Wende dein Antlitz gen Süden, wenn du die Gelehrsamkeit, gen Norden, wenn du den Reichthum erflehen willst (B. B. a. a. O.: הרוצה שיחכים ׳דרים ושיעשיר יצפין וסימנך שלחן בצפון ומנורה בדתם). Hier waltet aber ein eigenthümlicher Jrrthum ob, deffen Berichtigung mit sehr interessanten religionsgeschichtlichen Thatsachen zusammenhängt. Das richtige Verständniß ') der Maxime ergiebt sich theils aus der Geographie Palästina's, theils aus der Gruppirung der dortigen Schriftgelehrten in der talmudischen Zeit. ') LB. d. Or. 1843, 681 Anm. Schwarz, d. heil. Land 104, Anm