Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Der synagogale Ritus
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 312 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829584-2829592-2874926--22326-2874958- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
312 Der synagogale Ritus. Abschn. III. Jer. das. 4,5. B. das. 30, a.). Nach Zipfer 6 Auffassung einer Leseart der palästinischen Gemara bildet d e Frage einen streitigen Punkt zwischen zwei Schriftzelehrten. (Ben. Chananja 3,14. 15. 17. In der Krotoschiner und Frankl'schen Ausg. fehlen die Worte: תל שהכל פונים בו. Die Deutung תל! שכל הפיות מתפלליו עליו beweist kaum, was sie beweisen soll. Nach Zipser's Auffassung sollte es jedoch nicht אמר ד אבין, sondern ר אכין אמר heißen. In der bab. Gem. scheine!: nach אתו einige Worte ausgefallen zu sein. Dieselben mögen gelautet haben בין ממן שבית המקדש קיים בין ממן שאיו ביה״ט קיים. Nur dadurch ge« winnen Frage und Antwort, die darauf folgen, einen faßbaren Sinn). Die Controverse, die in der talmudischen Zeit rituelles Interesse hatte, wurde im neunzehnten Jahrhundert auf das Gebiet der Bibelkritik verlegt. Worüber im vierten Jahrhundert Amoräer disputirt hatten, disputirten nunmehr christliche Theologen. Veranlaffung dazu gab die Frage der Authentie des Danielbuches. Verthold machte unter Anderem geltend, daß die fragliche ״Sitte in keinem Falle zu Daniels Zeit habe zur Anwendung kommen können, weil der Tempel um deffentwillen man diese Stellung einnahm, im Schutte lag, und Gott aus dem h. Lande gewichen war. Andere widersprachen dieser Behauptung." Die talmudischen Quellen wurden dabei nicht zu Rathe gezogen. Im jüdischen Altsrthume wurde die Authentie des Du> nielbuches, wiewol man Daniel nicht zu den Propheten zählte; und ihm sogar Jrrthümer vorwarf, allgemein anerkannt. Trotzdem wurde die Richtung gen Jerusalem ebensowenig normativ, wie die drei Gebetzeiten. Die Effener wendeten sich jedenfalls bei ihrer Morgenandacht gegen Sonnenaufgang. ״Sie sprechen", berichtet Josefus, ״nichts Profanes, ehe die Sonne aufgeht, sondern richten einige von den Vätern ererbte Gebete an dieselbe,