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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 7 · p. Seite 309

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 7
Article
Der synagogale Ritus
Date
1884-01-01
Page
Seite 309 (sequence 5)
Language
German
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Der synagogale Ritus. S09 lese, die Phplakterien anlege, die täglichen Gebets verrichte, so schreibt sie auch nicht vor, nach welcher Seite man sich beim Gebete wende. Alles dies als bekannt und geübt voraussetzend, richtet sie ihre Aufmerksamkeit nur auf die casuistischen Specialitäten. Die mischnische Casuistik über die Richtung beim Gebete wird durch folgende Bestimmungen erschöpft: ״Wer auf einem Esel reitet, steige ab und bete; kann er aber nicht absteigen, so wende er sein Gesicht, und kann er dies nicht, so richte er seinen Sinn gegen das Allerheiligste. Wer auf einem Schiffe oder auf einem zweirädrigen Wagen reist, richte seinen Sinn gegen das Allerheiligste" (Berach. 4, 5). Den zweirädrigen Wagen bezeichnet diese, wie noch eine andere Mischnah (Zabim 3, l.) mit dem lateinischen Worte Esseda (Philologen interessirt es vielleicht, daß im Oriente diese Form und nicht Essedum einheimisch war. Vgl. Forbiger Hell. u. Rom l, 41 Anm. 5). Beide Mischna's verrathen dadurch, daß sie einer Zeit angehören, wo römische Transportmittel in Judäa einheimisch geworden waren. Vor der Eroberung Betars dürfte dies kaum geschehen sein. Der Wortlaut der Mischnah giebt demnach zu verstehen, daß die Richtung gegen das Allerheiligste auch nach der Zerstörung des Tempels üblich blieb. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Urheber der mischnischen Bestimmung die Bedeutung und den Ursprung des Wortes Esseda genau kannte. Nach Verlauf einiger Generationen war Beides vergessen. Die palästinische Gemara versteht unter mv« ein Floß (Berach. 4, 5. Ende: «1v« אסכריא;היא רפסוות היא היא worauf 2 Chron. 2, 15. angeführt wird. Für אםכריא, wie auch in Frankels Ausgabe steht, muß ׳אסכדיא wie schon Aruch hat, gelesen werden. Es ist 2%s§ia Floß. Hai Gaon liest איסקריא (Kobez S. 27), und fügt dem Jer. folgend hinzu וה1א אסדא). Wie in zahlreichen anderen Fällen zeigt sich auch hier die Un-

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