Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Fabel in Talmud und Midrasch
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 9)
- Language
- German
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263 Die Fabel in Talmud und Midrasch. Töde des Alexander Severus nicht gerathen, Fabeln, 5 diese Zuchtruthen des politischen Systems, auch in das anzulegende große Schriftwerk derNationzu verpflanzen. In den in B ab y l o n i e n entstandenen Talmud war es weniger gefähr lich sie aufzunehmen, weil sie nur gegen Rom, nicht aber gegen Persien ihre Spitze richten. In dem Machtbereiche Roms Hingegen konnten sie die schwersten Gefahren über Palästina!heraufbeschwören, weil sie dierömifchenVerhälnisse als Zielobject gar zu deutlich r efl ect irten. 1 Darin erblicke ich den Grund, aus dem — bis auf die ,zwei harmlos gegebenen Fabeln, die sich exegetisch und ho« miletisch gar zu gut verwerthen ließen — die Fabel princ i p i e l l non der Aufnahme in den Jeruschalmi ausgeschlossen wurde. Noch eine interessante und wenig bekannte Stelle sei hier erwähnt. Rabbi Meir, also der Thierfabeldichter xar erzählt von der bewundernswerthen Klugheit und aufopfernden Treue eines Schäferhundes, der selbst freiwillig in den Tod gegangen ist, um seinen Herrn vor dem sichern Tode zu warnen und zu retten; welchem Thiere dann eine Grabstätte eingeräumt und ein Grabdenkmal errichtet wurde, das man noch zu seiner Zeit ״Grabdenkmal des Hundes" nannte. Pessikta de Rab Kahana zu בשלח lautet dis Stelle gleich zu Anfang: ברצות ה׳ דרכי איש גם אויביו ישלים אתו(משלי ט״ז ד) ר׳ מ א י ר אומר זה הכלב רעייא חלבון חלב, אחא חיוויא ואכל מיניה, חמתיה כלבא דיתבון למיכל . שרי נבח בהון ולא אתכוננון . לסופו קם ואכל ומת, וקכרוניה ועבדון ליה נפשא . עד כדון טתקרייא נפשא דכלבא. In dem der Fabel abholden Jeruschalmi lautet die ואמר ר׳ יוחנן שלש מאות משלוה שעלים היו לולד מאיר ואנו אין לנו אלא שלש hervorgehe, daß R. Jochanan auch die Fabeln selbst noch bekannt gewesen seien, wenn er sie auch nicht mittheilt; jetzt wüßten wir auch warum er sie nicht mitgetheilt hat.