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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 6 · p. Seite 262

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 6
Article
Die Fabel in Talmud und Midrasch
Date
1884-01-01
Page
Seite 262 (sequence 8)
Language
German
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262 Dis Fabel in Talmud und Midrasch. Wir sehen, welche lange Diskussion die Fabel hier veran laßt und wie sie auch am Ende ihr Existenzrecht siegreich behauptet hat. Nun heißt es mit Bezug auf denselben Passus derselben" Mischna, Jeruschalmi, Schebuoth, I, Hai. 5, gleichfalls: ר׳ לעזר כשם רבי הושעיה טעמא דרבי יהודה ושעיר עזים חטאת לה׳ חט שאין יודע בו אלא ה׳ שעיר זה מכפר אין לי אלא שעיר של ראש חדש שעירי תלים מנין א״ר זירא ושעיר וי״ו מוסיף על עניין ראשון. Warum wird nicht auch hier wie in Babli mit Bezug auf die Fabel die Frage aufgeworfen: והאי טיבעי ליה לבדר׳ לקיש? Keine Spur voir einer durch ר׳ לקיש auf das Wörtchen 'לה basirtcn Fabel! Und dennoch hat gerade diese Fabel mit ihrer Anlehnung an das לה׳ das größte Aufsehen in den talmudischen Kreisen erregt! Aus all dem geht nur das Eine mit Sicherheit hervor, daß im Jerusch alm i der Fabel soviel wie gar kein Platz eingeräumt wurde. Dies muß jedoch einen besonderen Grund gehabt haben; und ich glaube, der Grund ist kein anderer als ein politischer. Weil die Fabel zumeist einen politischen Zielpunkt hatte und gegen die römische Herrschaft gerichtet »var, den Römern aber die Fabel als leicht zu schwingende Waffe zur Bekämpfung des herrschenden Regisrungssystems, zur Züchtigung der Laster und Untugenden ubermüthiger Machthaber von Hause aus bekannt war, darum vermied man es, die gegen die herrschende Macht mündlich vorgetragenen Fabeln in den unter römischer Herrschaft entstandenen Jeruschalmi aufzunehmen. Die Fabel war einmal — das zeigt sich in ihren ältesten Mustern aus der Hadrianischen Zeit — in den Dienst des politischen Kampfes genommen worden, und so fand es der Sammler des Jeruschalmi — nach der Tradition Rabbi Jockanan ') — in jener furchtbar erregten Zeit nach den! *) Es wurde schon oben gesagt, daß aus dem Wortlaute

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