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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 6 · p. Seite 256

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 6
Article
Die Fabel in Talmud und Midrasch
Date
1884-01-01
Page
Seite 256 (sequence 2)
Language
German
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256 Die Fabel in Talmud und Midrasch. aber sämmtlich nur in den Midraschim, aber nicht im Talmud Vorkommen. Als jüngste unter den im Talmud erhaltenen Fabeln erscheint die Fabel des R. Chanina bar Papa ״Die syllogisirenden Kräuter" '). Der Zeitraum, aus dem sich in Talmud und Midrasch Fabeln erhalten haben, erstreckt sich demnach von der ersten Hälfte des zweiten bis gegen Ende des vierten Jahr- Hunderts; ein Zeitraum von nahezu 300 Jahren. Keine von den uns erhaltenen Fabeln läßt sich nachweislich in sine frühere Zeit höher Hinaufrücken oder in eine spätere Zeit tiefer hi nab drücken. Merkwürdig bleibt es immerhin, daß sich weder von H illel noch von seinem Schüler Nabban Jochanan ben S a k k a i, weder von den 300 Fuchsfabeln des Rabbi Mäir noch von den 300 den Bar Kappara* *), in Talmud und Midrasch eine erhalten hat: während sich von anderen, minder productiven und weniger berühmte» Fabeldichtern zahlreiche Fabeln erhalten haben. Bezüglich der Fabeln des Rabbi Mäir wurde dieser merkwürdige Umstand schon seiner Zeit von Rabbi Jochanan hervorgehoben *). Es ist wohl nicht unmöglich, daß wir unter den uns erhaltenen Fabeln, nicht nur unter den anonym tradirten, sondern auch unter jenen, die den Namen des Tradenten an der Spitze tragen, auch, manche Fabeln vor uns haben, die als das ursprüngliche Product jener berühmten Fabeldichter zu betrachten sind, deren eigentliche Schöpfer sie waren. Allein bei ')Monatsschr. 1880, S. 376 ff. *) B. Megilla, 29 a, hat sich von Bar Kappara ein Fabelsrag׳ ment erhalten, das aber nur ein Bruchtheil der Fabel des R. Jose Ha glitt ist. S. Monatsschr. 1883, S. 327 ff. *) S. Monatsschr. 1876, S. 33. ff. und 1880, S. 110 ff. R. Jochanan muß auch noch die drei Fabeln selbst gekannt haben, wenn er auch nur ihre biblischen Ausgangsstellen angiebt.

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