Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Agada der Tannaiten
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 11)
- Language
- German
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Die Agada der Tannaiten. 235 verwüstet (umgehauen) habe. Auf ihn könne man Koheleth 5,5 beziehen: ״Gieb nicht deinen Mund dazu, daß er sündig mache deinen Leib . . warum soll Gott zürnen über deine Stimme und zerstören das Werk deiner Hände" 1)I Auch einen anderen Vers aus Koheleth, 7,26, hat man später auf ihn bezogen: der Sünder, der durch die Ketzerei gefangen wird, sei Elischa, im Gegensätze zu Glieder und Josua, die ihr entgingen * *). Der zum Apostaten gewordene Gesetzeslehrer ף lebte für die Tradition der Schulen nur in den verschiedenen, halb historischen, halb sagenhaften Berichten über seinen Abfall, seine Unterredungen mit dem ihm treugebliebensn Meir und sein Grab 4). Von seinen Beziehungen zu den anderen Tannaiten seiner Zeit haben wir keine Kunde; daß er agadische Auslegungen Akiba's ihrem gemeinsamen Schüler Meir nach Jenes Tode mittheilte, war schon oben erwähnt 6). Der einzige Ausspruch Elischa's, den man der Aufnahme in die Misch na gewürdigt hat und der wol noch aus jener Zeit stammte, bevor er zum Acher geworden war, ist pädagogisch-psychologischer Art 6). Er ver- ’) Tos. Chagiga 2,3. In den Barajtha's des jerusalemischen und bab. Talmuds wird der Vers nicht citirt, sondern erst in den Erläuterungen zu dem Passus über Acher, b. Chag. 15 a, j. Chagiga 77 b oben. Im Jer. wird der Vers im Zusammenhangs mit der Erzählung angeführt, wie Acher die Jugend der Lehrhäuser zu den Handwerken antrieb. Jedenfalls wollte man mit dem Verse sagen, daß Acher erst durch Reden und dann durch That gesündigt habe. *) Koheleth rabba z. St. Man verstand das gefährliche Weib in diesem Verse als Sinnbild der מינות. *) liebet den einzigen Fall, in dem eine halachische Entscheidung von ihm cttirt wird, s. oben S. 215*, Anm- 5. Vgl. Weiß II, 140, Anm. 1. *) S. b. Chag. 15 ab, j. Chag. 77 b o, Ruth r. zu 13, 3, Koh. r. zu 7,8. Bgl. Graetz, Gnosticismus und Judenthum, 62—71; Chaluz V, 66—72; Smolenskin im Haschachar III, 644—651. Die Schrift תולדות אלישע נן אפדה von M. ©. ö off manu, Wien 1880, enthält viel scharfsinnige, aber zumeist unkritische und unhaltbare Conjecturen, *) S. oben S. 356** A. 4 und S. 367**, A. 3. ״) S. Aboth 4,20,