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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 5 · p. Seite 219

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 5
Article
Der synagogale Ritus
Date
1884-01-01
Page
Seite 219 (sequence 6)
Language
German
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Der synagogale Ritus. 219 Häuser und Synagogen, ohne jedoch das vom Talmud festgesetzte, gegenseitige Höhenverhältniß im Auge zu behalten. Die Schriftgelehrten unterließen auch nicht, hierüber ihren Tadel auszusprechen. Ihren Nachfolgern in der dritten Generation gelang es endlich, für den antitalmudischen Usus eine Entschuldigung zu finden. Die diplomatischen Fürsprecher bei der hohen Pforte Josef von Naxos und sein Nachfolger Salomo Aschkenasi, waren zu ihren Vätern eingesammelt worden, und die Bevölkerungen zeigten sich eben nicht judenfreundlich gestimmt. Dies konnten sich die Schristgelehrten nicht verhehlen, und sie waren einsichtig genug, zu erklären, es sei rathsamer, die talmudische Satzung fallen zu lassen, als durch imponirende Synagogenbauten den Neid der Bevölkerung zu erregen. Diese Erklärung gab zuerst Chajjinl Benveniste als Rabbiner zu Tyria ab (K'nes. ha- Gedola Or. CH. löO). Später gehörte er in Smyrna zu den Verehrern Sabbatai Zebi's, dessen abenteuerliche Schwindeleien eben nicht geeignet waren, den Juden die Synrpathien ihrer nichtjüdischen Nachbarn zu gewinnen. Ungefähr dieselben Erscheinungen und Verhandlungen wiederholten sich in Polen. Auch dort bewegte sich die Praxis nicht immer auf talmudischer Bahn. Auch dort blieben die Differenzen unbeachtet, bis dem Studium der talmudischen Quellen sorgfältigere Pflege gewidmet wurde, was jedoch nicht, wie in der Türkei, durch fremde, sondern durch einheimische Kräfte geschah. Und auch dort fand der antitalmudische Usus seine Apologeten. Der Glücksstern der Inden Polens erblich um dieselbe Zeit als für die Juden in der Türkei ein neuer Glücksstern ausging. Den Grund, womit Benveniste die türkischen Gemeinden zu rechtfertigen suchte, hatte R. JE Särkes viel früher zu Gunsten der polnischen Gemeinden geltend gemacht: die hohen Synagogengebäude wären der christlichen Bevölkerung viel zu mißliebig, als daß es rathsam sein sollte, solche Gebäude aufzuführen. Um

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