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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 5 · p. Seite 218

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 5
Article
Der synagogale Ritus
Date
1884-01-01
Page
Seite 218 (sequence 5)
Language
German
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218 Der synagogale Ritus. über die Wohnhäuser emporragten. Die Distinktion N. Jakob Tam's war ihnen nicht unbekannt; sie konnte ihnen aber, da ihre Wohnhäuser flache Dächer hatten, nicht zu Gute kommen. Ein Namensbruder Tam's, N. Jakob Jbn Chabib in Salonik, fand eine andere Rechtfertigung. Unsere gemeinsamen Betlokale, sagte er, sind nicht unser Eigenthum; wir mieten dieselben auf Monate oder Jahre. Sie besitzen demnach keine Heiligkeit. Die auf die Höhe der Synagogen bezügliche talmudische Norm kann vollends keine Anwendung auf sie finden. Die Norm ist ausdrücklich an die Erbauer von Synagogen gerichtet; uns verbietet aber die Obrigkeit Synagogen zu bauen. Wir müssen uns im Hinblicke auf unsere Sicherheit zum Behufs unserer Andachts- Übungen zurückziehen, um nicht gesehen und nicht gehört zu werden (B. Jos. O. Ch. 154). Solcher Gestalt würde die Frage niit der politischen Stellung der Juden in Verbindung gebracht- Für diese führte aber in der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts eine eigene Verkettung von Umständen einen sehr günstigen Umschwung herbei. Die spanische und portugiesische Emigration zählte nämlich auch solche Mitglieder in ihrer Mitte, welche reichen und vornehmen Familien angehörend und als Scheinchristen erzogen, sich in höheren Kreisen mit Leichtigkeit zu bewegen verstanden. Diese blieben ihnen auch in ihrer neuen Heimat und nach ihrem offenen Rücktritte zum Judenthum nicht verschloffen. Diejenigen unter ihnen, die mit feinen Manieren diplomatische Gewandtheit verbanden, wußten sich sogar bedeutenden Einfluß auf die öffentlichen Angelegenheiten zu verschaffen. Die glänzendste Carriöre machte der aus Portugal stammende Joao Miques, später Josef Nässt, Herzog von Naxos, gest. 2. Aug. 1572. Er besaß das Vertrauen zweier Sultane, Soliman's und Selim's, und benützte dasselbe, um die Lage seiner Glaubensgenoffen in der Türkei zu verbessern. Die Juden erbauten nunmehr

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