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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 5 · p. Seite 215

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 5
Article
Der synagogale Ritus
Date
1884-01-01
Page
Seite 215 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Der synagogale Ritus. 218׳ Die Pforte der Synagoge soll an der Ostseite derselben an׳ gebracht sein, wie der Eingang in die Stiftshütte nach Osten gekehrt war. (Toss Meg. III p. 277,15 ed. Zuck. Alf. das. 142 t). Maim. Tef. 11,2. Als Beweisstelle wird 4 M. 3,38 angeführl. Wenn man 2 M. 26,18. 20. 22. 36 kombinirt, ersieht man ebenfalls, daß die Stiftshütte ihren Eingang von der Ostseite hatte. Kurz und bündig ist dies aber in der angeführten Stelle ausgesprochen, weshalb die Tossefta diese Stelle citirt. Das ganze pilpulistische Raisonnement R Moses Sofers, Chat. Sof. Or. Chajj. Nr. 27, schwebt somit in der Luft. Die zweite Norm fordert, auf das Beispiel des zweiten Jerusalemischen Tempels gestützt, daß das Synagogengebäude höher sei, als die übrigen Häuser des Ortes. Selbst dort, wo die Synagoge nicht auf dem höchsten Punkte der Ortschaft angelegt ist (s. oben), soll ihr Dach die übrigen Dächer überragen. Die Nealisirung dieser Norm war mit verschiedenen Akkomodationen und Distinktionen verbunden. Im Laufe von anderthalb Jahrtausenden ließen sich in Persien, F r a n kreich, Deutschland, in der Türkei und in Polen die Stimmen der Schristgelehrten darüber vernehmen. In Persien trat zuerst Abba Arekka im dritten Jahrhundert dafür in die Schranken, indem er lehrte, daß Städte, in denen die Dächer der Wohnhäuser das Dach der Synagoge überragen, der Strafe gänzlicher Zerstörung anheim fallen. Diese Drohung, fügte er hinzu, ist schon in der Bibel anqedeutet. Esra sagte nämlich in seinem Gebete: In unserer Knechtschaft verließ uns unser Gott nicht und wandte uns zu die Gnade der Könige von Persien, daß sie uns das Leben lassen, um zu erhöhen (לרומם) das Haus unseres Gottes und dessen Trümmer herzustellen (Esra 9, 9). Wird aber das Haus Gottes nicht erhöht, so verfällt die Stadt in Trümmer! Zwei Jahrhunderte später schrieb sich R. Asche das Verdienst

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