Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Jehuda Halewi und die Lehre von der Ewigkeit der Welt
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829584-2829590-2874799--22209-2874830- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jehvda Halewi und die Lehre von der Ewigkeit der Welt. 211 iröchte das Andenken Juda Halewi's um Verzeihung bitten, ,aß eine solche Schwachsinnigkeit ihm zugemuthet wurde. Mögen mmerhin diejenigen Denker wie ein Jsak Lbn Latif, ein z s a k Albalag, ein L e v i b. G e r s o n oder I o ch a n a n Allem anno (s. החלוץ VII p. 106 n. 1), welche die An- »ahme der Weltemigkeit philosophisch für unausweichlich hielten, tnit dieser Ausflucht oder Deutung des gefügigen Bibelwortes sich beruhigt haben; aber was sollte einen Juda Halewi, der Ewigkeit oder Anfänglichkeit der Welt als metaphysisch unentscheidbar und daher gleichgewichtig betrachtete, dazu vermocht haben, diese nichtssagende Lösung einer für ihn nicht bestehenden Schwierigkeit als Abschwächung und Verdunkelung seines lichten Gedankens dem Vorangehenden anzuhängen! 3) Aber selbst wenn Iuda Halewi aus liebevoller Besorgtheit für diejenigen, denen die Geschaffenheit der Welt philosophisch durchaus unannehmbar erscheint, wirklich eine Rettung ihres Glaubens für nöthig befunden habpn sollte, so mußte doch logisch und im Zusammenhang seiner Darstellung, der Rath ausgesprochen werden, wenigstens die Anfänglichkeit dieser unserer Welt anzunehmen, ihren Urstoff oder die Ablösung ihrer Vor- Sängerinnen jedoch getrost als ewig aufzufassen. Gezwungen wird man philosophisch, wenn man überhaupt gezwungen wird, nur zur Entscheidung, ob die Welt ewig oder geschaffen. Ewigkeit des Urstoffes und Anfänglichkeit dieser Welt oder ein anfangs- und endloser Ablauf von Schöpfungen, das sind Ausflüchte, Compromisse, zu denen man aus Opportunität sich veranlaßt sehen, aber nicht durch stringente Logik gezwungen werden kann. In!jedem Falle hätten wir hier ein Beispiel stilistischer Flüchtigkeit und Ungenauigkeit, das schlecht zu der durch die Wichtigkeit des Vorgetragenen geforderten Sauberkeit und Sorgfalt paßte. 4) Durchaus schief und unzutreffend ist auch der Ausdruck, daß trotzdem der Glaube keinen Abbruch leide. Wer sich 14*