Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Jehuda Halewi und die Lehre von der Ewigkeit der Welt
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 210 (sequence 3)
- Language
- German
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210 Zehuda Halewi und die Lehre von der Ewigkeit der Welt. same philologische Prüfung des Wortlauts scheitert vor All»-, an den folgenden Schwierigkeiten. 1) Es war eben behauptet worden, daß auf dem Gebich des Verstandes die Frage nach der Ewigkeit oder Geschaffenhei der Welt nicht zu lösen, als Antinomie zu betrachten sei. Bo, einem entscheidenden, zwingenden Beweise könne nach keii-e, Seite hin die Rede sein; es gebe nur ein Hin- und Herargu mentiren, ein gleich starkes Für und Wider. Aus dieser Gleichgewichtslage bringe den Wagebalken des Verstandes allein di« mosaische zuverlässige Tradition. Unmittelbar darauf soll mm im selben Athem fortgefahren werden: Wenn aber der Betenner selbst gezwungen wäre, die Ewigkeit der Materie oder eine anfangslose Kette von Schöpfungen z uz ug e b en u nd anzu nehmen — also ist nämlich im Sinne des Originals zn übersetzen, — so verschlage das Nichts und beeinträchtige den Glauben nicht. Aber wer in aller Welt sollte ihn denn dazu zwingen? Ter Glaube sicher nicht, die Speculation aber ebensowenig, da deren Ohnmacht eben in dürren Worten nnzweifelhaft erklärt worden war. Kopflosigkeiten, in denen der Nachsatz dem Vordersatz ins Gesicht schlägt, sind nicht im Stile eines philosophischen Buches wie der Kusari. Man wird etwa doch nicht gar annehmen wollen, daß dieser Zwang von R. Juda b. R. Simon oder von R. Abbahu ausgehen könne, deren Aeußerungen Maimüni 11,30 (f. Munk, Guide II p. 233 n. 2) mit ausdrücklichem Tadel zurückweist l 2) Warum beeinträchtige diese Meinung den Glauben nicht? Weil man daneben die jetzige Welt für geschaffen, seit einer bestimmten Zeit geschaffen ansehen könne. Also damit soll die zweifelnde Seele beruhigt werden, daß dieser unserer Welt ein gewisses Alter garantnt ist, wenn auch der Urstoff ewig sei wie Gott und Welten auf Welten ״wie Gras der Nacht" in einer Reihe ohne Anfang aufgesproßt und vergangen wären! Man