Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Jehuda Halewi und die Lehre von der Ewigkeit der Welt
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 209 (sequence 2)
- Language
- German
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Jehuda Halewi und die Lehre von der Ewigkeit der Welt. 209 nau ungeprüft und unbezweifelt den Satz wiederholt, daß der Eusari die platonische Lehre von der Weltewigkeit als religiös anbedenklich oder gar — mit einem geschmackvollen Ausdrucke — angefährlich bezeichnet habe. Und selbst diejenigen, denen das Gewissen geschlagen, haben zu einem kritischen Zweifel sich nicht aufzuraffen vermocht. C a s s e la p. 49 n. 1 beschwichtigt sich mit der Bemerkung, es sei dies eine ״vom Standpunkte des Autors befrenidliche Concession, deren volle Bedeutung und Consequenzen er sich nicht ganz klar gemacht zu haben scheint", als gehörte Juda Halewi zu den Clienten, bei denen ihr Advocat einen Mangel an Jntellect als Milderungsgrund anzuführen versuchen dürfte. Sch mied l (Studien p. 169) scheint vollends ein Kusariexemplar beseffen zu haben, in welchem der Autor sich zur Stütze seiner Aeußerung auf ״einen der talmubischen Lehrer" beruft, wovon in unseren Ausgaben Nichts zu finden ist. Und da Drucke und Handschriften keine Erlösung aus dieser Noth bieten, so mußte ich, wenn ich mich an der Stelle nicht vorbeischleichen wollte, in meiner Geschichte der Attributenlehre p. 138 n. 56 sie eben nur ״unbegreiflich" nennen und ihren arabischen Wortlaut mit dem Vorbehalte anführen: ״ohne über diese Stelle Etwas entscheiden zu wollen". Ich wußte damals noch nicht, daß in dem mitgetheilten arabischen Texte die Heilung des Schadens bereits gegeben sei. Ich habe mir eben erst den Muth und die Methode erarbeiten müssen, den Uebersetzern auf die Finger zu sehen und bei Unbegreiflichleiten, die sie die Autoren behaupten lassen, Mißverständniffen oder Fehlern ihrer Vorlage gleichsam auf der Lauer zu liegen. Was. Juda Jbn Tibbon 1,67 Juda Halewi sagen läßt, ist widerspruchsvoll und unhaltbar in jedem Betracht. Ganz abgesehen von der sozusagen subjectiven Unmöglichkeit, springt die innere, objective Unmöglichkeit der die Ewigkeit der Hyle behandelnden Aeußerung in die Augen. Eine aufmerk- Graetz-Frankl. Monatsschrift xxilll 5. U