Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Agada der Tannaiten
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 12)
- Language
- German
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182 Die Agada der Tannaiten. Zeichen für die BeurLheilung der Würdigkeit -oder des zu erwa - tenden Schicksales der einzelnen dabei in Betracht kommender Menschen angeben. Zwei dieser Regeln schließt die Überlieferung an ähnliche Sätze Akiba's *3 an: Wessen Körper durch seine Gelehrsamkeit leidet, für dm ist es ein gutes Zeichen *), aber ein schlimmes Zeichen, wenn die Gelehrsamkeit durch den Körper leidet. Wessen Erkenntnißvermögen durch seine Gelehrsamkeit verwirrt wird, für den ist das ein gutes Zeichen, aber ein schlimmes Zeichen ist es, wenn die Gelehrsamkeit durch die Erkenntniß verwirrt wird s). — Eine andere Gruppe von Regeln betrifft die Art, das Amen zu jagen. Mit diesem Worte der Zustimmung und Bekräftigung, welches die Gemeinde der durch den Vorbeter vorgesprochenen Benediktion folgen ließ und web ches für viele Gemeindemitglieder die einzige Form der thätigen Betheiligung am öffentlichen Gebete war, sollte gerade für Diese ') S. oben S. 266**. a) Hier spielt Ben A22ai vielleicht auf sich selbst an, der als der ״Fleißige" berühmt war und der wol in Folge der Anstrengungen des Studiums kränkelte und starb, wenn man die Nachricht, daß er in Folge seiner Vertiefung in die Mystik (s. oben S. 175, Anm. 4), Glauben schenken und diesen plausibeln Sinn unterlegen darf, anstatt ihn zu den Märtyrern der hadrianischen Zeit zu rechnen. a) Tosefta Berachoth 3,4. Es ist eine gute Bemerkung von Weiß II, 125, daß das Anspielungen auf Ben Zöma und Elischa ben A b u j a sind. Jener wurde in Folge seiner mystischen Speculationen in seinem Erkenntnißvermögen gestört: הציץ ונפנע; Raschi zu Chagiga 141, erklärt ונפגע mit ונטרפה דעתו, demselben Ausdrucke, den Ben A22ai an der angeführten Toseftastelle gebraucht: יל שנטרפה דעתו ספני חכמתו Ben Abuja's Erkenntnißvermögen blieb wol unversehrt, aber durch dessen zu weit gehenden Gebrauch wurde seine Gelehrsamkeit, sein religiöses Wiffen verwirrt, er wurde ein. Irrgläubiger. In Aboth di R. N. e. 25 Anfang ist die zweite Regel anders ausgedrückt und auch nicht ganz in demselben Sinne gemeint: כ? שדעתו נוחה מפני חכמתו סימן יפה הוא לו ושאין דעתו נוחה מ׳ ח' סימן רע הוא לו. Die erste Regel fehlt daselbst, dafür steht eine andere: כל שדעתו נוחה מפני יצרו סימן יפה לו ושאין ד׳ נוחה מ׳ י׳ סימן רע לו; für יצרו liest eine Variante יוצרו. Die erste Leseort ist wol die richtige.