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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 3 · p. Seite 137

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 3
Article
Die Agada der Tannaiten
Date
1884-01-01
Page
Seite 137 (sequence 13)
Language
German
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Die Agada der Tannaiten. 137 tute ein Leid anthun! — Mit Chanina wurde auch seine Frau zum Tode verurtheilt, während seine Tochter in ein Hetären- Haus gebracht wurde '). Als ihnen ihr Urtheil verkündet wurde, erkannte sowol Chanina als .seine Frau und seine Tochter in Versen der h. Schrift Gottes Schickung als gerecht an. CH. und seine Frau recitirten die beiden Hälften von Deut. 32, 4, die Tochter Jerem. 32,19 *). Lange Zeit nachher sagte I e h u d a I, der Patriarch: Wie groß sind doch Jene! In ihrer ärgsten Not haben sie drei Bibelstellen angewendet, wie es sonst keine zur Anerkennung der gerechten Schickungen Gottes geeignetere giebt '). Ein gleiches tragisches Schicksal, wie es Chanina b. T. und die Seinigen ereilte, hatte schon früher seinen Sohn ereilt. Derselbe hatte sich Räubern angeschlosien, dann deren Angeber gemacht, weshalb sie ihn tödteten und seinen Mund, der sie verrathen, mit Erde und Kieselsteinen anfüllten. Nach einigen Tagen fand man den Leichnam und wollte, dem Vater zu Ehren, dem Sohne eine rühmende Todtenklage halten. Aber Chanina duldete es nicht. Vielmehr stimmte er über ihn die Worte des Spruchbuches vom ungerathenen, den Mahnungen der Lehrer nicht folgenden Jünglinge (Prov. 5,11 ff.) an. ״Und ihm schloffen sich die Mutter des Unglücklichen an mit den Worten von Prov. 17,25, und deffen ') Nach SifrS zu Deut. § 307 wurde sie zu Zwangsarbeit verurtheilt: "2ועליך לעשות מלא. Die Anekdote in Aboda zara 18ab, wie sie von ihrem Schwager M e i r aus ihrer schmählichen Lage befreit wird, beweist die Richtigkeit der ersten Version. Der Ausdruck in Sifrs ist entweder euphemistisch zu fassen (sowie nach einer Sabb. 49b und Gen. r. «. 87 zu lesenden Ansicht לעשות מלאכתו in Gen. 39,11 ein Euphemismus ist), oder es ist eine absichtliche Aenderung im Interesse des guten Namens von CH. b. Teradjon. ■ ») So int Talmud und Sisrs. In Semadb. ruft CH. die Worte von tp 145,13, seine Frau (oder Tochter) die von Jerem. 32,19. •) Sifrs: גדולים מעשי אלו שהם בעת צרתם הצמיחו ג׳ פסוקים של צדוק הדין מה שאין כן בכל הכתובים כוונו שלשתן את לבן וצדקו עליהם את הדין Anders im Talmud.

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