Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Agada der Tannaiten
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Agada der Tannaiten. 133 Jose: Damit ist gemeint, daß Seine (Gottes) Ruhestätte, das ist Jerusalem — nach tp 132,14— dereinst bis Damaskus reichen wird. — Jehuda: Wie verstehst du dann die Weissagung Jeremia's (30,18), daß die Stadt Jerusalem auf ihrer Trümmerstätte wieder aufgebaut werden wird? Jose: Das bedeutet, daß ihre alte Stätte ihr auch dann verbleiben soll. — Jehuda: Wie ist denn Ezechiel 41,7 zu verstehen? Jose: Jerusalem wird nach allen Seiten immer breiter und höher sich ausdehnen, wie ein Feigenbaum, der unten eng, oben immer weiter wird, und die Thore Jerusalems werden bis Damaskus reichen, wie auch in Hoh. 7,5 angedeutet ist. Die Zerstreuten Israels aber werden kommen und in der so erweiterten Stadt sich niederlassen, worauf Jes. 2,2f. zu beziehen ist *). — 3. Gen. 41,43. Hier erklärt Jehuda das Wort ברך« ebenfalls durch Auflösung in zwei Worte: ״Vater" an Weisheit und ״zart" an Jahren; Jose hingegen leitet es von ברך, Knie ab: Alles sei Josef untergeben worden*). Folgende Agadasätze von Jose aus Damaskus sind noch in den verschiedenen Traditionssammlungen erhalten. Zu Gen. 7,11. Die vorsündfluthlichen Menschen überhoben sich durch ihr Auge, nach Gen. 6,2; darum bestrafte sie Gott durch ״Wasserquellen" die dem Auge gleichen *). — Zu Exod. 2, 25. Es war ') In Pesikta 143 a, vgl- Schir r. zu 7,4, wird dieser Dialog zwischen Jehuda und Jose dem S. d- D. ebenfalls mitgetheilt, jedoch ist an die Spitze desselben eine andere Controverse über וזררך gestellt, zwischen Jehuda und seinem gewöhnlichen Opponenten N e h e m i a, der — gleich Jose — in חדרך einen Ortsnamen sieht. — Uebrigens wird eine gleiche Anschauung über die ungeheuere Größe des kommenden Jerusalem auch von E l. aus Modiim tradirt. S. oben S. 537*. -) Die Leseart לכרכים ist nur durch Jrrthum aus der, auch bei Raschi so eitirten, richtigen Leseart ל׳ ברכים) לשון ברבים) entstanden. Jehuda'S Erklärung wird anonym auch in Gen. r. v. 90 gebracht. Tos. Ssta 3,9; Synhedrin 108 a, wo nach alten Handschriften nach ר׳ יום׳ zu ergänzen ist: דורססקיח p; Gen. r. o. 32. — Der Hin-