Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Agada der Tannaiten
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 6)
- Language
- German
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130 Die Agada der Tannaiten. zu Beweisenden geeigneter sei. Dabei macht er zwischen שורק und קערה den Unterschied, daß das erstere Gefäß aus dünne- Platte, das andere aus dicker Platte gearbeitet zu denken sei'). In dem ersten der zehn Gebote findet Chananja den Ge danken angedeutet, dem wir schon bei A k i b a begegnet sind * *). daß Gott, indem er Israel aus Aegypten befreite, sich gleichsam auch selbst mit ihnen befreite *). Ueber die Tafeln, auf denen die zehn Gebote geschrieben waren, sprach er die Anschauung aus, daß zwischen den einzelnen Worten auch die einzelnen Satzungen und Abschnitte der Thora geschrieben standen; und er fand das in eigenthümlicher Weise angedeutet in einem Ausdrucke des Hohenliedes 5, 14*). Originell ist seine Deutung von Gen. 20,13, durch welche er die Ansicht, daß אלהים hier nicht als heiliger Gottesname zu betrachten sei, widerlegt. Es sei vielmehr zu erklären: Es war, *) Sifrs zu Num. § 49. In beiden Controversen beginnt CH.: . . . .אין צריך שהרי כבר נאמד 6 (י. oben S. 297**. *) Jer. Sukka 54 c oben: ׳ . . . אשר הוצאתיך . . . הוצאתיךAN כתיב, d. H. הוצאתי אתך — הוצאתיך. In Pssikta rabba c. 21 Ende mit dem Zusatze: כביכול אני ואתם יצאנו ממצרים. 4) Jer. Schekalim 46 d unt. und Sota 22 d; Schir r. zu 5,14. Im Jer. heißt es: ו־קז־וקיה ואותותיה של תורה, in Schir r. wohl besser פרשיותיה ורק׳ של ת׳. CH. erklärt בתרשיש in Hiob 5,14, als ob es wäre כתרשיש, mit 'כימא רבא (in Schir r. fehlen diese Worte). Die Erläuterung dieser Deutung wird in einer anderen Tradition gegeben, wonach Simon b. Lakisch oder (nach Schir r.) Jochanan, wenn er zu diesem Verse des Hohenliedes kam ausrief: Schön belehrt mich hierüber Chananja, der Brudersohn Josua's: So wie das Meer zwischen den großen Wellen kleine Wellen zeigt, so waren zwischen den einzelnen der zehn Worte die speciellen Gebote der Thora geschrieben. — Die Anschauung Chananja's entspricht der P h i l o' s, der in den zehn Geboten alle übrigen Satzungen der Thora, als die speciellen Gebote in den allgemeinen enthalten findet.