Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Agada der Tannaiten
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Agada der Tannaiten. 12S Der Einfluß seines im nördlichen Mesopotamien zu Nisibis lehrenden ehemaligen Collegen Jehuda b. BaLhpra war es, der die Autorität Palästinas im Euphratlande rettete 1). So wie Matthia b. Charasch finden wir auch Chananja, seinen Gefährten bei der Auswanderung, in exegetischer Controverse mit Jonathan, dem Schüler Jsmaels *). Dieser hatte behauptet, daß in Num. 15,3 eine Andeutung für den Tempelgesang gegeben sei, der durch die Leviten als der ihnen gebührende Dienst am Altäre zu vollziehen sei. Hierauf sagte Chananja, der Brudersohn Josua's, diese Andeutung sei unnötig, da eine solche schon früher in Exod. 19,19 gegeben sei**). Eine andere Controverse, über Num. 7,13, doch ohne Nennung des Gegners, der aber ebenfalls als Mitglied der Schule Jsmaels zn denken ist, ist in derselben Quelle erhalten; auch in ihr verweist Chananja auf eine andere Stelle, die zur Deduction des gethan; dem Volke Babyloniens aber entbieten die Letzteren Folgendes: אבם שומעין מופוב ואבם לאו יעלו להר אחייה יבנה מזבח חנניה ינגן בכינור ויכפרו כולכם ויאמרו אץ להבם הלק באלהי ישראל. Achija muß, wie Raschi erklärt, eine leitende Persönlichkeit in Babylonien, vielleicht der damalige Exilarch, gewesen sein; der Name ist, in der Form הייא, wie eine Leseart auch hier hat, ein in Babylonien sehr beliebter. Chananja wird als Leviten von Abstammung die ironische Bestimmung, bei dem neuen Altar die Tempelmusik zu versehen. Im jerusal. Talmud ist an die Stelle der Botschaft an das Volk ein Brief, der dritte, an CH. selbst getreten: צא לך למדבר האטד ותהי שוחפו ונחוניון זורק. Es ist sehr problematisch, ob hier mit Geiger, Urschrift 153 f., eine Anspielung auf den Oniastempel zu suchen ist, da wol eher מחניון nur eine andere Version für den Namen אהיה im bab. Tist, wie auch G r ä tz IV, 202 annimmt. J) Dieser Schluß des Berichtes fehlt im babylonischen Talmud, wo nur erzählt wird, daß das Volk auf die Reden der Sendboten in lautes Weinen ausgebrochen sei und gesagt habe: Gott verhüte dies, vielmehr haben wir Theil an dem Gotte Israels. *) Sifrß zu Num. § 116. Daß für ר' נתן zu lesen ist ד יונתן beweist die Parallelstelle Arachm 121) oben. Vgl. oben S. 82, Anm. 4. •) S. oben S. 420**, Anm. 6. GraetzsFranLl, Monatsschrift xxxnr » 9