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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 3 · p. Seite 128

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 3
Article
Die Agada der Tannaiten
Date
1884-01-01
Page
Seite 128 (sequence 4)
Language
German
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128 Die Agada der Tannaiten. als Gesetzeslehrer angesehen war*), sah auf die nach der Hinrichtung der bedeutendsten Männer der vorhadrianischen Zeit zurückgebliebenen und nun in den Vordergrund tretenden Lehrer Palästinas, die jüngeren Schüler Akiba's, mit Geringschätzung herab- und auch das Argument, das die Sendboten zuletzt vorbrachten, daß sein Bestrebens gleichsam die Errichtung eines schismatischen Heiligthums neben dem allein berechtigten zu Jerusalem wäre *), konnte ihn nicht zur Nachgiebigkeit bewegen. ist aramäisch im Style der Anekdoten amoräischer Agada abgefaßt. Aber nicht bloß deshalb, sondern auch wegen der größeren Ursprünglichkeit des Inhalts verdient die Version des babylonischen Talmud den Vorzug vor der des palästinensischen (gegen Geiger, Urschrift 154, Grätz IV, 478), wenn auch einzelne ursprünglichere Züge in der letzteren erhalten sein mögen, so die Parodirung der beiden Bibelverse Lev, 23,4 (אלדה מועדי חנניה בן אחי ר״י) und Jes. 2, 8 ({. vor. Anm.), von denen der babylonische Talmud nichts als die Erwähnung des letztern Verses selbst hat. Schon die Einleitung des Berichtes ist im.palästinensischen Talmud anachronistisch, indem das Erzählte in die Zeit Jehuda's I, des Patriarchen versetzt wird (die Emendation von G r ä tz IV, 479 in 'ר שמעון בן גמליאל ist zu gewaltsam) und als dessen Sendboten dann folgerichtig seine Zeitgenossen Nathan und Jizchak angegeben werden. Im bab. Talmud werden die Sender gar nicht genannt (שגרו אחריו), und die Namen der Sendboten ר' יוסי בן כיפר ובן בנו של זכריה בן קבוטלן) machen nicht den Eindruck, als ob sie ״fingirt" wären. Von Jose b. Kipper wissen wir vielmehr, daß er besonders im Namen Eines seiner Sender, des E l e a z a x b. Schammua. tradirte; und Z a charja b. Kabutal, dessen Enkel der andere Sendbote war, fungirte, wie wir aus der Mischna (Joma 1, 6) wissen, als Vorleser bei einem der Hohepriester des zweiten Tempels (s. hierüber Derenbourg, Lsvuo <168 Etudes Juives, VI, 65 f.). Auch die Einkleidung der Botschaft an Ch. in drei successive vorzulegenden Briefen ist zu gekünstelt und unwahrscheinlich, als daß nicht die in freier Dialogform gegebene Einkleidung der Argumente, wie sie der bab. Talmud hat, vorzuziehen wäre. Das Argument der Sendboten, daß ״die Böcklein, die Ch. in Palästina zurückgelassen, nun Böcke mit starken Hörnern geworden sind" ist viel passender eine Antwort an den auf die Palästinenser mit Geringschätzung herabsehenden Chananja, als der Inhalt eines der Sendschreiben. ף S. Nidda 24 b. י) Im bab. Talmud sagen die Sendboten zuletzt zu ihm, er wäre im Falle der Widersetzlichkeit von den palästinensischen Lehrern in den Bann

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