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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 3 · p. Seite 122

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 3
Article
Die Fabel in Talmud und Midrasch
Date
1884-01-01
Page
Seite 122 (sequence 9)
Language
German
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122 Die Fabel in Talmud und Midrasch. damit der unentbehrliche äußere Glanz uicht von ihm schwinde'), Auf diese allgemeine Verarmung unter den Juden dürften auch die Anspielungen in den von Rabbi Abbahu, Echa Rabbati, Proömium, 17 und A. 3,13 gezeichneten, höchst wahrscheinlich in seinem hauptstädtischen Wohnorte Cäsarea aufgeführten Theatervorstellungen zurückzuführen sein: Die ״Juden müssen sich nähren von Johannisbrod, müssen essen Disteln, das Oel ist nicht zu erkaufen". In dieser Zeit der furchtbarsten Lebensnoth, der allgenieinen drückendsten Armuth, wo jeder Einzelne doppelt schwer um das tägliche Brod arbeiten mußte, da sagte man sich allenthalben mit Echa 4, 9: Das Sterben unter Feindeshand ist das größte Uuglück nicht; bitterer als der Tod ist der tägliche schwere Kampf um das nackte Dasein, um's tägliche Brod. Und Nabbi Abbahu, der r e i ch e Rabbi Abbahu fühlt mit dem Volke und dichtet seine Fabel von der über die ewigen Mühen und Plagen, Sorgen und Kämpfe, ihrer Brod suchenden Kinder betrübten Erde, die da pusruft: התחתונים אם אינם יגעים אינם אוכלים. Sicher kannte Rabbi Abbahu die Fabel des Rabbi Juda bar Simon, die er sich nur nach seinem Bedürfniß ein Wenig umgestaltete. War es schon interessant zu sehen, wie die eine Fabel zu zwei verschiedenen Zeiten zweierlei Gestalten nach den jeweiligen Situationen angenommen hat: so ist es hoch interessant zu sehen, wie die Fabel in einer noch spätern Zeit eine dritte Gestalt bekommen hat. Ein dritter unbekannter Agadist hat nämlich in einer spätern Zeit aus diesen zwei ihm bereits vorgelegenen Fabeln Eine Fabel gemacht. ') Vgl. hierüber Zunz, Zeitschrift, B. I, S. 263 ff: und Graetz Gesch. d. I. IV, S. 304 ff.

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