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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 3 · p. Seite 121

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 3
Article
Die Fabel in Talmud und Midrasch
Date
1884-01-01
Page
Seite 121 (sequence 8)
Language
German
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Die Fabel in Talmud und Midrasch. 12 l nunciantenthums deutlich erkannten: so wird dadurch die historische Unterlage auch für unsere obige Fabel nur erhärtet. Außer diesen zwei Fabeln des Rabbi Juda bar Simon aber hatten wir noch zwei Fabeln, die in derselben Zeit entstanden sind und auch dieselben traurigen Verhältniffe wiederspiegeln: die Fabel des Nabbi Samuel bar Nachman, ״Die Schlange" gegen das Denuuciantenthum (Monatsschr. 1876, S. 267—275), dann von dem unter Odenat zum Tode verurtheilten und auch Hingerichteten Babylonier G e n e b a die Fabel ״Der Fuchs im Weinberg"'), die gleichfalls eine wehmüthige Betrachtung über die Hinfälligkeit des Menschen durch den Tod bildet (Monatsschr. 1880, S. 31—33). So verbreiten die einzelnen Fabeln gegenseitig Helles historisches Licht übereinander und gewinnen dadurch insgesammt an Historicität. , Rabbi Abbahu, der Antor unserer Fabel in ihrer z u e r st angeführten Gestalt, blühte etwas später, zur Regierungszeit Diocletians, wo das Leben der Juden weniger gefährdet war als in der vorängegangenen anarchischen Zeit; dafür aber herrschte durch die langwierigen römisch-persischen Kriege und häufigen blutigen Aufstände eine solche drückende Noth unter den Juden Palästinas, daß für das Patriarchen- Haus, das von der allgemeinen Noth mitgetroffen wurde, von auswärtigen reichen Gemeinden in dieser Zeit eine förmliche Steuer durch eigene Sendboten eingehoben werden mußte. ') Diese Fabel mit genau derselben Betrachtung ist auch in den ״F r ü h l in g s g a r t e n" des persisch - arabischen Dichters Siete: lana Abdurrahm an Dschami übergegangen und lautet dort nur unwesentlich anders. Siehe die Ausgabe von Freiherrn O t t o c a r Maria von Schlechta-Wssehrd, Wien 1846, Garten 8, S. 122. Text S. 103.

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