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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 3 · p. Seite 120

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 3
Article
Die Fabel in Talmud und Midrasch
Date
1884-01-01
Page
Seite 120 (sequence 7)
Language
German
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120 Die Fabel in Talmud und Midrasch. Rolle der über den Tod ihrer Geschöpfs betrübten Erde; die Rolle der über die ewige mühevolle Arbeit ihrer Geschöpfe betrübten Erde paßt wiederum besser für den Sklaven, den Mann, zu dem Gott spricht: האדמה בעבורך בעצמן mm תאכלנה כל ימי חייך (Genes. 3,17). Die hier angegebenen Autornamen setzen uns aber auch hier in den Stand» den historischen Hintergrund für dieses zweige st altige Fabelgebilde zu eruiren. Der Autor unserer Fabel in ihrer zweiten Gestalt, Rabbi Juda bar Simon, lebte in jener Schreckenszeit, wo nach dem Tode des Kaisers Alexander Severus (235) die furchtbarste Anarchie über Rom und seine Provinzen hereingebrochen war, wo von Maximinus Thrax bis auf C a r u s ein halbes Jahrhundert lang schwelgerische Raub- Mörder aus allen möglichen Ländern und Völkern auf dem Cäsarenthrone Roms einander abwechselten; wo Palästina durch den furchtbaren Krieg zwischen Rom und Persien, insbesondere durch die Episode der mordbrennerischen Herrschaft des Odenatus (Papa bar Nasar) und noch nachher unter seiner Witwe,?der Kaiserin Zenobia, ״der zweiten Semiramis", nicht weniger gelitten hat als Babylonien; wo also der Tod in tausend Gestalten Jedem vorschwebte und Keiner auch nur einen Augenblick seiues Lebens sicher war: da erschien den Zeitgenassen mit Recht die Erde als ein wahres Jammerthal, und Rabbi Juda bar Simon dichtete die zeit- und situationsgemäße Fabel von der betrübten Erde über den Tod, den ewig nnersättlichen Tod ihrer Kinder. Erinnern wir uns, daß wir noch eine Fabel von Rabbi Juda bar Simon besitzen: ״Der Hund der Nomaden und der Wolf" (s. unsere Abhandlung, Monatsschr., 1880, S. 68—70), in der wir ebenfalls die Zeichnung der Vorgänge jener traurigen Zeit, des üppigwuchernden todbringenden De-

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