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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 3 · p. Seite 119

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 3
Article
Die Fabel in Talmud und Midrasch
Date
1884-01-01
Page
Seite 119 (sequence 6)
Language
German
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Die Fabel in Talmud und Midrasch. 119 über die Sterblichkeit ihrer Geschöpfe betrübt, daß sie leiblich alle dem unerbittlichen Tode unterworfen sein sollen, während die himmlischen Geschöpfe vom Tode nichts wissen. Hier ist uns wieder einmal Gelegenheit geboten, die Feinfühligkeit und den richtigen homiletischen Takt der Agadisten des Midrasch zu bewundern. Warum läßt Rabbi Abba hu in dem der Fabel vorangeschickten Gleichniß Sklaven (עבדים) figuriren, und Rabbi Juda b a r S i m o n wiederum Sklavinnen (׳טפחות)? Sollte diese Variation in dem Geschlecht der Helden des Gleichnisses unbeabsichtigt, zufällig sein? oder sollte bloße Originalitätshascherei dahinter zu suchen sein? Keines von Beiden. Es liegt vielmehr gewiß eine dopeltbegründete Absicht in dieser Variation; es soll dadurch: erstens in Bezug auf das zu Vergleichende (טשל), und zweitens in Bezug auf das Verglichene (נמשל) die eigentliche Pointe schärfer hervortreten. Rabbi A b b a h u, der die Erde über die schwere ewige Arbeits- und Sorgenlast ihrer Geschöpfe betrübt sein läßt, wählt für das Gleichniß den Sklaven, den Mann, der für den Arbeitsberuf geboren ist; Rabbi Juda bar Simon hingegen, der die Erde über die Vergänglichkeit ihrer Geschöpfe sich betrüben läßt, daß diese nicht ebenso ewig in jenen heiligen Höhen des Gottesreiches weilen wie die h i m nt« lischen Wesen, erwählt für das Gleichniß die Sklavin, das Weib, das für den weihevollen häuslichen Beruf geschaffen ist und darum von der begünstigtern Genossin mit berechtigtem Schwermuth ausruft: זו אינה יוצאה וזזה מפלטץ ועלי ״ .גזר טירודיןDiese braucht nie die geweihten Räume des Palastes zu verlassen, und ich muß fort in die Ferne streifen"! Es paßt aber ferner auch besser die Sklavin, das Weib als erste Urheberin des irdischen Todes, für die

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