Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Fabel in Talmud und Midrasch
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 3)
- Language
- German
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116 Di« Fabel in Talmud und Midrasch. an das Hängen Hamans, und da erschiene das obige Motiv für אח unnatürlich, ja sogar contradictorisch. Man sieht, es gab zwei Sagengebilde; nach dem einen war der Hamansgalgen aus Cederholz, nach dem andern war er aus dem Dornstrauch-Geschlecht. Daß die Fabel in ihrer nrsprünglichern Gestalt der Jotham'schen Fabel nachgebildet ist, liegt wohl auf der Hand. Die Fabel sollte höchst wahrscheinlich in einer stürmtschen» blutigen Zeit die Lehre ergeben, daß man es sich zum höchsten Ruhme anrechnen solle, das von Gott bestimmte Werkzeug zur Vernichtung des Feindes zu sein und vor dem eventuellen Martyrium nicht zurückschrecken solle. Auch hier fehlte dem Fabulisten die textliche Anregung nicht ganz. Esther, 7,9, erzählt: ויאמר חרבונה אחד מן הסריסים לפני המלך גם הנה העץ אשר עשה המן למרדכי אשר דבר טוב על המלך עמד בבית המן גבה המשים אמה ויאמר המלך חלהו עליו. Nun konnte der weitere Bericht in Vers >0 kurz lauten: ויתלהו עליו oder ויתלו אוחו עליו oder ויתלו אח המן עליו; indessen erzählt Vers 10 mit nochmaliger etwas breitspuriger Hervorhebung: ויתלו את המן על העץ אשר הבין למרדכי. Diese nochmalige Hervorhebung: על העץ אשר הבין למרדכי winkte dem Fabeldichter verlockend zu, hier seine Phantasie nach Lust spielen zu lassen, und er ließ sie spielen nach einem alten bekannten Vorbild. In ויתלו את המן, Vers 10, haben wir darum den ursprünglichen Träger der Fabel zu suchen; wie sie auch in Targum Schein, Abba Gorion und Jalkut an ויתלו את המן angelehnt erscheint. Die Anlehnung an וייטב הדבר לפני המן ויעש העץ, Kap. 5, V. 14, die nur Nabba hat, trägt schon nicht mehr den Stempel der Ursprünglichkeit. Aus diesem Texte ist die Fabel nicht ur-