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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 3 · p. Seite 112

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 3
Article
Der synagogale Ritus
Date
1884-01-01
Page
Seite 112 (sequence 16)
Language
German
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112 Der synagogale Ritus. R. Jsaac aus Wien l), R. Salomo b. Addereth 2), R. Ascher b. Jechiel 8)׳/ H,.. Abraham Aben Jarchi 4), R. Nissim b. Reuben 6), R. Jakob b. Ascher * *) und R. David Abudirahim T). Die Feldsynagogen sind geschwunden. Dagegen haben sich zwei von ihnen veranlaßte Reformen bis auf den heutigen Tag erhalten. Beide Reformen betreffet? die Abendandacht, תפלת ערבית: die ältere die des Sabbates, die jüngere die der Werktage. Jene besteht" in einer Verlängerung, diese in einer Abkürzung des Gottesdienstes. Zum Verständniffe dieser Reformen ist erforderlich, sich mit einer älteren Reform vertraut zu machen, welche ebenfalls das dritte tägliche Gebet betraf. Die Sitte, täglich dreimal zu beten, war schon in der makkabäischen Zeit weit verbreitet (Dan. 6,11.18.14). Auf die drei Betstunden bezieht der Talmud auch die Psalmworte: ״Des Abends, Morgens und Mittags seufze ich und klage, und er höret meine Stimme (öS, 18) 8)". Dasselbe thun katholische Schriftsteller, um die ״kanonischen Stunden" biblisch zu begründen. Protestantische und neuere jüdische Schriftausleger nehmen die Erwähnung der Tempelzeiten nicht buchstäblich, sondern als Hindeutung auf fleißiges, oft wiederholtes Gebet. Die normative Bedeutung dieser Bibelstellen wurde jedoch auch von alten jüdischen Schriftgelehrten bestritten, namentlich von R. Josua b. Chananja, welcher das Abendgebet für nicht obligat erklärte. ') Or. Sarua 2,20. *) Zu Ber. 4 b im Widerspruch m. GA. '1 Ber. 1,5. *) Ha—Mcmh. S. 24, Nr. 7. ") Sabb. 24 b. •) Tur Or. Chajjim 236, 268. י) Ab. ed. Prag 48». °) Jer. Ber. 4,1. B. das. 31 a. Jlk. Ps. 771. Vgl. Raschi und Kimchi z. St.

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