Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Überbleibsel der sabbatianischen Sekte in Salonichi
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 11)
- Language
- German
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Ueberbleibsel der sabbatianischen Sekte in Salonichi. 59 rühmt die Eigenschaften derselben, da der junge Mann seine künftige Frau vor der Hochzeit nicht sehen darf, und zieht sich zurück. Die Braut findet der junge Ehemann in einem Winkel auf einem Stuhle sitzen, mit verschleiertem Gesichte. Sonnabend Morgens pflegt der junge Ehemann sich zum Schwiegervater zu begeben, der ihn erwartet. ״Die Begräbnißplätze der Salonicher Sabbatianer sind getrennt von denen der übrigen Religionsgenossen. Ja, jede der drei Untersekten hat einen eigenen Platz für ihre Todten. ״Die Gesänge und Gebete werden von ihnen in hebräischer Sprache gehalten. Sie bedienen sich auch hebräischer Bücher in ihren Luis, meistens geschrieben, doch besitzen sie auch gedruckte Bibelexemplare". V. Die Geschichte des Ursprungs des Sabbatianismus ist, wie bereits im Eingänge angegeben, in dem mir zugegangenen Berichte meistens unhistorisch gehalten. Sie lautet: ״Sabbata'i Zewi wurde in Smyrna geboren. Da seine Verkündigungen Lärm in dieser Stadt gemacht hatten, kam ihm ein Befehl des Sultans zu, in Constantinopel zu erscheinen. Vor Seine Hoheit geführt, behauptete er standhaft, er sei der Messias. Darauf wurde er aufgefordert, seine Göttlichkeit durch ein Wunder zu beweisen, sich eine Kugel in den Kopf schießen zu lassen, ״denn, sagte der Sultan, ״eine göttliche Person ist unverwundbar, wenn du unversehrt bleibst, werde ich dich als Propheten anerkennen, und meine Unterthanen werden wie ich an dich glauben". Sabbatai nahm aber diese Probe nicht an und bekehrte sich zum Islam unter dem Namen Mohammed Azis Effradi, und versprach, seine Predigten einzustellen. In seine Vaterstadt zurückgekehrt, ließ er seine Anhänger, welche die Juden von Smyrna verfolgten, nach Salonichi