Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Überbleibsel der sabbatianischen Sekte in Salonichi
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 12)
- Language
- German
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60 Ueberbleibsel der sabbatianischen Sekte in Salonichiauswandern unter der Leitung eines seiner Diener und Zöglinge Namens Jakob. Er selbst begab sich nach Ungarn (!), wo er eine Sekte gründete, ״Jakob benutzte die Abwesenheit seines Meisters, um das Gerücht von dessen Tod zu verbreiten und sich selbst als seinen Nachfolger zu erklären. Einige Familien glaubten an ihn und erkannten ihn als Messias an, was eine Spaltung verursachte. Indessen die größte Zahl fuhr fort an Sabbata'i zu glauben. ״Indessen kehrte der Prophet aus Ungarn zurück, erfuhr in Salonichi von Jakobs Anmaßung, und verfluchte ihn, so daß es diesem unmöglich wurde, in dieser Stadt zu bleiben. Er entfernte sich in der That an einem Sonnabend des Morgens, um in den Himmel zu fahren, wie er sagte, nachdem er empfohlen hatte, daß man ihn am Meeresufer erwarten möge. Daher der Brauch bei den Jakubiten, jede Woche eine Frau aus der Gemeinde mit ihren Kindern zum Meeresufer zu senden. ״Sabbata'i blieb aber nicht in Salonichi, sondern reiste nach Constantinopel. Da er seinem Eide zuwider angefangen hatte, seine Lehre zu verkünden, wurde er nach Gallipoli verbannt und blieb da im Gefängniß sieben Jahre. Als er endlich seine Freiheit wieder erlangte, kehrte er zum dritten Male nach Constantinopel zurück und machte Bekanntschaft mit einem Derwisch und türkischen Dichter, genannt N i a z i, in dessen Iskiö (Derwischkloster) er während seines ganzen Aufenthaltes in dieser Hauptstadt wohnte. Er besuchte nicht mehr die Juden, von denen er gehaßt wurde, sondern beschränkte seinen Umgang auf Muselmänner und Christen. ״Als ein Priester ihn einst fragte, worin seine Lehre bestehe, antworte er: ״״In der Brüderlichkeit und Gleichheit, deren Werth keiner so wie ich zu schätzen weiß"". Er verglich die Wahrheit mit einer Nuß. Das gemeine Volk kennt nur die