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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 2 · p. Seite 54

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 2
Article
Überbleibsel der sabbatianischen Sekte in Salonichi
Date
1884-01-01
Page
Seite 54 (sequence 6)
Language
German
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54 Ueberbleibsel der sabbatiamschen Sekte in Salonichi. Junge Männer und junge Mädchen werden zu dieser Feier nicht zugelassen. Am Vorabend des Festes werden in den 10 (?) Tempeln Zehnten gegeben. In der darauf folgenden Woche findet das Fest von Sabbata'i's Beschneidung statt. Die Zwischenzeit zwischen dem einen und dem andern ist ein fortlaufendes Fest, an welchem Alle mit Freuden theilnehmen. Man kommt jeden Abend zusammen, man besingt die Größe der israelitischen Propheten; Rabbiner discouriren über die jüdische Geschichte; aber Musik und Tanz sind verboten. ״Das zweite Fest hat seinen Namen von einem fehlerlosen Lamm, welches Sabbata'i an seine Gläubiger zugleich mit dem Befehle geschickt hatte, daß sie es in Gemeinschaft verzehren sollten. Es wird an jedem Frühjahr gefeiert. Das Lamm symbolisirt das Leben, erzeugt durch die Vereinigung der Geschlechter". ״Getrennt", sprach Sabbatai, ״werdet ihr verflucht sein". Auch das Fest des Lammes ist den jungen unverheirateten Leuten verschlosien. Die Keuschheit steht in großer Ehre bei den Maminim. ״Gott hat die Reichen geschaffen, um den Armen zu dienen", lehrte Sabbatar. Auch sind Alle streng gehalten, am ersten Tage des Jahres eine gewiffe Summe für die Dürftigen zu spenden. Außerdem sammelt man an den Festabenden Geld in Menge durch folgendes Mittel. Man versieht sich mit Aepfeln und Orangen: Gruppen bilden sich, um sie zu kaufen, und es ereignet sich oft, daß das Bieten und Ueberbieten den Preis eines Apfels bis auf 300 und 400 Piaster (4'/,—5 Mark) treibt. Die Frauen spielen besonders eine thätige Rolle bei diesen Versteigerungen. Beim Eintritt des Winters vertheilt man Brennmaterial an die Armen. Derjenige, welchen das Alter für die Arbeit untauglich gemacht hat, wird von der öffentlichen Wohlthätigkeit unterhalten.

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