Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 32 (1883)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Fabel in Talmud und Midrasch
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 565 (sequence 3)
- Language
- German
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565 Die Fabel in Talmud und Midrasch. älteste Märchen- und Legendenbuch des christlichen Mittelalters übergegangeu. ') (S. Gresta;Rom. von Graste II, 78, 276). Der verdienstvolle Midraschcommentator Chanoch S u n d l erkannte mit seinem vielfach bewährten critischen Scharfblick, daß hier im Midrasch Schwein und Affe nicht in der richtigen Ordnung aufeinander folgen, sondern in umg ek e hrt er Ordnung aufeinander folgen sollten, zuerst der Affe, dann das Schwein; indem der Zecher naturgemäß früher in das Stadium d er Affenrolle trete, dann erst die des Schweines annehme. Die 6-68ta Rom, lassen auch richtig in der rechten Ordnung aufeinander folgen Lamm, Löwe, Affe und dann Schwein. Jalkut Noach, § 61 im Namen des Midrasch אבכיר, hat auch die Fabel; dort fehlt aber der Affe, worauf schon S u n d l in seinem Tanchuma-Commentar aufmerksam macht. Wichtiger als Das jedoch erscheint mir eine andere, bisher unbeachtet gebliebene Abweichung in der angefügtsn Moral der Fabel. Lassen wir sie darum hier auch in dieser Faffung folgen. ויטע כרם בא לקראתו השטן א״ל רצונך שנעשה יחריו אני ו אוזר. א״ל הן מיד הביא רחלה אחת ושחטה על הגפן ואח״כ הבי' אריה אחד ושחטו *) Vgl. Dr. I. Perles in Graetz's Monatsschr. 1873, S. 16. Perles war diese T a n ch u m a-Stelle unbekannt; er kannte die Fabel nur aus Jalkut Noach im Namen des Midrasch אבכיר, wo aber vom Affen, der in den Gesta Rom. gleichfalls vorkömmt, nicht die Rede ist, und er wundert sich darum, woher in den דרשות״" des Josua ibn Schoeib, Abschn. נה, der Aff e in das Citat hineingekommen sei. Indessen kommt der Asse, wie zu sehen ist, schon im Tanchuma vor. Perles läßt auch irrthümlich von Noach den Weinstock mit dem Blute der Thiere düngen. Sowohl Tanchuma als auch Jalkut im Namen des אבכיר, beid e Midraschim lassen vom S a tan den Wein» stock mit dem Thierblut düngen. Der Gang und Bau der Fabel wäre auch höchst sonderbar, ja geradezu auf den Kopf gestellt, wenn Noach selbst den Weinstock mit dem Blute düngte! Dann hätte auch der Satan gar nichts zu thun und wäre ganz überflüssig in der Fabel. Noach hätte auch nicht gut.fen Löwen tödten oder nach Jalnt schlachten können.