Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 32 (1883)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Fabel in Talmud und Midrasch
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 524 (sequence 4)
- Language
- German
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524 Die Fabel in Talmud und Mldräsch בושי צידון כי אסר' יםמעוז הים לאמר לא חלחי ולא ילדתי ולא גדלתי בתרים חממתי בתולות, אמר הים ומה אני שאיני מתיירא שמא אוחיל. שמא אוליד בנים ובנות ושמא אקבור חתנים וכלות מה אומר בי האותי לא תיראו'נאום ה׳ אש ספני לא תחילו אש' שמתי חול נבול לים חוק עולם לא יעבתהו, אמר הים ומה אני שאץ בי כל הטחת הללו הריני עושה רצון קוני על אחת כמה ובמה בושי צידון. Genau so lautet sie auch, aber ohne Quellen angäbe, im Jalkut Jesaja zur Stelle § 290, nur daß dort verschrieben ist המצות für das richtige חמדות des Sifre. In dieser Fassung mit Herbeiziehung der Textstelle aus Jirmija 5,22, weist das Meer einfach auf das von ihm nach dem Willen Gottes, seines Schöpfers, ehrfurchtsvoll respeetirte ewige Naturgesetz hin, wie es die ihm von Gott gesteckte Grenze nicht überschreitet. An einen andern Text finden wir sie angelehnt im Midrasch Schocher Tob zu Psalm 114. Nachdem daselbst erzählt wird, wie das Meer vor , den Israeliten nach ihrem Auszuge aus Aegypten sich nicht theilen wollte, heißt es weiter: «מיד גער בי הקב״ר,שנאמר וינער בים מון ביון שראה בן ברח שנאמר משי צידון כי אמר ים אמר הים אני שאין לי אלא מעוו הים פוחרני מפניו שלא גדלתי בחורים ולא חממתי בתולות אתה על אחת כמה וכמה. Hier weist das Meer, nicht wie in Sifre und Jalkut auf das ewige Naturgesetz, auf sein Verbleiben innerhalb der ihm von Gott gezogenen Schranken hin, sondern auf sein Zurücktreten auf den Befehl Gottes beim Auszüge aus Aegypten. . Jeder Eingeweihte wird in der Fassung des Sifre den Charakter der Ursprünglichkeit erkennen. Im viel jüngern Midrasch Schocher Tob wurde die Fabel einem andern Texte künstlich und unnatürlich aufgepfropft. Der Hinweis auf eine ewig fortbestehende Naturerscheinung ist doch viel wirksamer, als auf eins einst nur einmal in grauer Vorzeit vorgekommene.