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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1883-01-01 · Heft 11 · p. Seite 487

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
32 (1883)
Issue
Heft 11
Article
Exegetische Studien zum Propheten Jeremia
Date
1883-01-01
Page
Seite 487 (sequence 7)
Language
German
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Exegetische Studien zum Propheten Jeremia. 487 Stückes Jeremia zu vindiciren, dazu gehört eben so viel Eigensinn, wie dazu die Echtheit des zweiten Theils Jesaia's zu behaupten. Beide reflectiren zu deutlich die exilische Zeit, ja das erstere Stück erwähnt noch unzweideutiger die Kriegsvorbereitüng, der Meder gegen Babel, als der letztere. Man ist also eben so berechtigt, von einem Deutero-Jerenüa zu sprechen, wie von einem Deutero-Jesaia, wie die meisten kritischen Ausleger annehmen. Nur während bei dem letzter» Jesaia's Name, nicht vorgesetzt ist und die Reden anonym eingeführt werden, ist bei dem erstem im Anfang Jeremia's Name genannt und zum Schlüsse angegeben: Jeremia habe diese Strafrede gegen Babel schriftlich nach Babylon gesendet. Dem exilischen Verfasser oder dem. Ueberarbeiter desselben lag viel daran, den Lesern die Ueberzeugung beizubringen, daß Jeremia selbst diese Strafrede verfaßt, weil es galt, die verzagten Herzen, welche an der Erlösung aus Babel verzweifelten, aufzurichten, mit Hoffnung zu erfüllen, und die Sehnsucht der Exulanten zur Rückkehr in die Urheimath anzufachen und zu steigern. . Der Vers, hat sicherlich in Babylonien gelebt, und es ist ein drolliger Einfall Ewald's, daß. er in Palästina geweilt habe, wohin vorher Exulanten ausgewandert sein sollen. Abgesehen davon, daß die im Exil verfaßten Schriften den Zustand dieses Landes während dieser ganzen Zeit, Jerusalem und die Städte Juda's, als ״verödet ohne Menschen und Vieh" schildern, so zeigt der Verf. eine so außerordentliche Vertrautheit mit babylonischen Verhältnissen, wie sie nur ein Einwohner gehabt haben konnte. Das Verhältniß dieses Deutero-Jeremianischen Stückes zu den anderweitigen exilischen prophetischen Schriften wird sich im Verlaufe Herausstellen. V. 4 רוך הנח פניהם braucht durchaus nicht zu bedeuten ״hierher", um daraus zu deuten, der Verf. habe auf Zion

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