Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 32 (1883)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die Agada der Tannaiten
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 370 (sequence 24)
- Language
- German
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370 Die Agada der Tannaiten heilig sind, so ist das Hohelied allerheiligZu denen, die keinen Antheil an der kommenden Welt haben, gehört, nach Akiba, auch wer bei Gastmälern das Hohelied singend vorträgt und es wie eine Art weltlichen Gesanges behandelt'). Akiba sah im Hohenliede die allegorische Verherrlichung des Verhältmsses zwischen Gott und Israel und die Darstellung der wichtigsten Momente in Israels Geschichte. Aus dem oben angeführten Dialog zwischen Israel und den Heidenvölkern'), der auf Versen des 1., 5. und 6. Capitels des Hohenliedes aufgebaut ist, ist ersichtlich, daß Akiba in dem Freunde Gott, in der Geliebten Israel, in dem Chor der Frauen die heidnischen Völker personificirt sah. Auch zu anderen Versen des Hohenliebes haben sich Deutungen unter seinem Namen erhalten. Im Midrasch zum Hohenliede finden sich drei solche, die in Verbindüng mit entgegenstehenden Deutungen von Glieder, Akiba's Lehrer, mitgetheilt werden : zu 1,8; 1,12 und 2,14* *). In ’) M. Jadajim 3,5, angeführt in Schir r. Einleitung, S a lseid (das 'Hohelied Sal. bei den jüd. Erklärem des Mittelalters, p. 5) übersetzt unrichtig: ״Die ganze Welt war des Tages. nicht werth". — Daß das Buch Esther ״im heiligen Geiste" verfaßt wurde, bewies Akiba, nach Megilla 7 a, aus den Worten: ״sie fand Gunst iw den Augen Aller, die sie sahen" (2,15). Das ist wol so zu verstehen, daß er die Worte so erklärt^, wie in Esther r. zur Stelle die anonymen Gelehrten (nach den Erklärungen von Wiba's Schülern Kehuda und Nehemia), die in den Worten angezeigt sahen, daß Esther in den Augen der Himmlischen und Irdischen Gunst fand; diese Angabe aber könne nur in Folge von Inspiration gemacht werden. — In den Halleipsalmen, die Akiba dem Chananja, Mischael und Ararja zuschrieb, spricht nach ihm abwechselnd der heilige Geist, Pesachim 117 a. *) Tosesta Synh. 12,10: המנענע קולו בשיר השירים בכיה המשתאות ועושה אותו כמין ומר אין לו חלק לעולם הבא. Vgl. oben ) S. 495*. Nach Aboth di R. N. c. 36 g. Ende gehört dieser Satz, sowie der unten Abschn. 7 Ende behandelte dem Joch an an b. N uri an. ') S. oben S. 302. *) S. Schirr, zu diesen Versen; vgl. oben S. 304*, Anm. 1 und S. 345*, Anm. I.