Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1883-01-01 · Heft 8 · p. Seite 351

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
32 (1883)
Issue
Heft 8
Article
Die Agada der Tannaiten
Date
1883-01-01
Page
Seite 351 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829570-2829579-2874306--21704-2874329
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

~v Die Agada der Tannaiten. 351 um die Beschneidung handelt. Es lautet folgendermaßen. R.: Wessen Werke sind schöner, Gottes oder des Menschen? (Er will auf die Beschneidung hinauskommen, die nach jüdischer Ansicht eine Vervollkommnung des göttlichen Schöpfungswerkes sei). A. Die Werke des Menschen sind schöner. R. Kann denn der Mensch etwas wie Himmel und Erde erschaffen? A. Erwähne nicht etwas, wozu die Kraft der Menschen nicht aus» reicht, sondern solche Dinge, die unter den Menschen sich finden. R. Warum beschneidet ihr euch ')? A. Ich wußte, daß du hierüber mich befragst, darum kam ich dir zuvor und sagte, daß des Menschen Werke schöner sind als die Gottes. — Dann brachte ihm A. Aehren und Backwerk und sagte: dies ist des Menschen, jene sind Gottes Werk,v ist jenes nicht schöner als die Aehren')? R. Wenn Gott die Beschneidung wünscht, warum kömmt das Kind nicht beschnitten aus dem Mutterleibe •)? A. Muß nicht auch der Nabel des Kindes erst nach der Geburt abgeschnitten werden*)? — In Uebereinstimmung mit diesem ') Für das sinnlose למה #תה מוליד ist nämlich mit einer leichten Correctur zu lesen: למה אתם פולים• ') In dem anderen Gespräche drückt Hoschaja denselben Gedanken anders aus: Alles was in den sechs Lasen der Schöpfung erschaffen wurde, bedarf der — vervollkommenden — Zubereitung, der Sens, sowie die Lupine (SrH/rox) bedarf der Süßung, der Weizen muß gemahlen werden, ebenso bedarf der Mensch der Vervollkommnung 1 תיקון). , ') In dem anderen Gespräche ist das die Frage, mit welcher es eröfs, net wird: אם חביבה,המילה מפני מה לא ניתנה לאדם הראשון,: In Gen. r. c, 46 Ans. richtet, in einer anonymen Ausführung, Abraham dieselbe Frage an Gott. . 4) Der Schluß des Gespräches : ומה *ואתה אומר למה אינו יוצא מהול לפי שלא נתן הקב״ה אח המצוות לישראל אלא לצרף אותם,בהם ... . ist sicher nicht ursprünglicher Bestandtheil, denn der Gedanke - — mit Hinweis auf tp 18,31 — daß die Ritualgebote den Zweck Haben, den Menschen sittlich zu läutern, hier auf bie Beschneidung angewendet, findet sich - in den älteren Midraschwcrken Lev. r. c, 13 und Gen. r. «. 44 im Uamen Rab's übersiesert» s. meine Agada der Hab, Am»räer, S. Sh.-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.