Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 32 (1883)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die Fabel in Talmud und Midrasch
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 325 (sequence 9)
- Language
- German
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Die Fabel in Talmud und Midrasch. W5 wie wir gesehen haben, den Ephraimiten Josua zur Sonne sprechen läßt, daß sie sich doch erinnern möge, wie sie sich einst vor seinem Stammvater Josef gehuckt habe, hier wiederum die Steine um die Ehre miteinander streiten läßt, dem Haupte Jakobs als Unterlage zu dienen. Die textliche Anregung zur Fabel ist im Talmud klar gegeben'). Die beherzigenswertste Lehre der Fabel ist: wenn die leblosen Steine sich es zur höchsten Ehre anrechnen und sich darum streiten, auf welchen von ihnen der Fromme sein Haupt niederlegen solle, welche Ehrfurcht soll erst der denkende Mensch dem Frommen entgegenbringen. % Nach Babli, Pessachim, 114 a, und Raschi und Raschbam daselbst ist VMS )2 רבי יצחק סתם ראגדהא ר׳ יצחק; dann lebte er im vierten Jahrhundert. Eine ähnliche Tendenz hat die Fabel: Der Rangstreit der Berge vor der Offenbarung. Nächst dem Auszugs aus Aegypten ist es die göttliche Offenbarung am Sinai, die in den biblischen Büchern in den glänzendsten Farben und den lebendigsten Bildern geschildert und gefeiert wird. In edlem Wetteifer lassen Propheten und ') Freilich sagen die Thoffaphot zur Stelle Schlagwort: 3'R3׳ ויקה את האבן לפי פשוטו יש לפרש שלקח אבן אחד מאבני המקום was auch schon Abraham ibn Esra und Raschbam zur Thora sagen, aber der Fabeldichter war ja froh, einen verwendbaren, passenven Anlehnungs- Punkt zu haben.