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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1883-01-01 · Heft 7 · p. Seite 321

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
32 (1883)
Issue
Heft 7
Article
Die Fabel in Talmud und Midrasch
Date
1883-01-01
Page
Seite 321 (sequence 5)
Language
German
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321 Die Fabel in Talmud und Midrasch. Das Gleichniß in der Mechilta vom König und dem Käufer seines inner« Gartens halte ich für eine spätere Interpolation, darum kennen es weder Rabba noch Schocher Tob. wie es auch nicht nur überflüsssig ist, sondern überhaupt nicht vorkömmt, daß Gleichniß und Fabel zusammen herangezogen werden zur Auslegung einer Textstelle. Nach dem e r st e n .הראהו המטר ולא קבל עליו ist sofort anzuschließen: ער שנגלה הקרוש ברור הוא, alles Dazwischenstehende von משל bis zum zweiten הראהו המטה ולא קבל עליו ist spätere Interpolation. Nach Rabba könnte man ר' אלעור הקפר als Tradenten oder gar als Dichter der Fabel hinstellen. Die Fabel gehörte demnach dem dritten Jahrhundert an. da ר׳ »לעזר הקטר ein Zeitgenosse des R. Josua den Lewi war, der nach Chulin 56b in einem vorgekommenen Falle seine rituelle Entscheidung sich erbitte« ließ *). Als Zielpunkt der Fabel scheint mir das in Matth. 14,24 bis 29 und den anderen Evangelien Erzählte dem Fabeldichter vorgeschwebt zu haben, um jeder etwaigen Analogisirung unserer Erzählung in der Thora mit jener Erzählung in den Evangelien von Vorne herein den Boden zu entziehen. Als Zeitgenosse des Rabbi S i m l a i kann auch ר* «ולעור הקפר wie jener gegen disputationssüchtige Proselytenmacher an» derer Glaubenssysteme polemisirt haben '). Vielleicht ist auch *) Seder Hadoroth will zwei ר' אלעור הקפר annehmen, einen altern und einen jüngern, dann wäre der Zeitgenosse des Rabbi׳ Josua ben Lewi der jüngere. •) Siehe die Fabel: ״Der Hahn und die Fledermaus" des Rabbi Simlai in meiner Abhandlung, Monatsschrift, Jahrg. 1880, Seite 71. . In den den Evangelien beigegebenen Randglossen wird auch an sämmtlichen betreffenden Stellen dieser Erzählung auf unsere Thorastelle als Analogon hingewiesen. Das Analogisiren der Erzählungen in den heiligen Schriften Israels mit den Erzählungen in den Evangelien war und blieb ein Haupwehikel zur Bewahrheitung, U»»«tz»Sr»»tl, SR»n«tif4«tftxuuT. 21

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